Parintins

Veröffentlicht am 8. Dezember 2011 - 09:48h

Parintins, ein typisches Städtchen im Interior Amazoniens, gegründet am 25. Dezember 1880 mit ein wenig mehr als 50.000 Einwohnern, das sich alljährlich im Monat Juni in ein einziges Fest verwandelt. Dann präsentiert sich der exotische Ort aufgeteilt in die Farben Blau und Rot – die Vereinsfarben zweier Ochsen, des “Caprichoso“ und des “Garantido“, von denen die grösste folkloristische Show Nordbrasiliens angeführt wird – das “Festival Folclórico de Parintins“.

Das Munizip liegt am rechten Ufer des Amazonasstroms, auf einer Fläche von 5.978 Quadratkilometern – 369 km Luftlinie von der Hauptstadt Manaus entfernt, 420 km auf dem Wasserweg. Wenn man also von Manaus den Trip in einem regionalen Boot machen möchte, dann dauert diese Anfahrt den Amazonas abwärts zirka 15 Stunden – zurück, gegen den Strom, braucht das Boot zirka 27 Stunden. Mit einem kleinen Flugzeug kann man diese Entfernung allerdings in nur 1 Stunde und 30 Minuten überbrücken.

Aus der Geschichte

Während der Entdeckungsreisen der Mitglieder des portugiesischen Königshofes, im Jahr 1796, wurde die Insel Tupinambarana, heute Munizip von Parintins, vom Milizen-Kapitän José Pedro Cordovil entdeckt. In der Gegend lebten die Tupinambá-Indianer – von ihnen stammt der Name der Insel – ausserdem wurde die Region von den Stämmen der Sapupé, Peruviana, Mundurucu, Mawe und Parintins bewohnt. Im Jahr 1803 installierte der Pater José das Chagas eine Missionsstation an diesem Ort, die er “Vila Nova da Rainha“ nannte. 1833 wurde diese Mission in den Stand einer “Freguesia“ erhoben, unter dem neuen Namen “Nossa Senhora do Carmo de Tupinambarana“. Am 15. Oktober 1852 erhielt der Ort einen offiziellen kleinstädtischen Status unter dem Namen “Vila Bela da Imperatriz“. Am 25. Dezember 1880 änderte man den Namen des munizipalen Verwaltungsstädtchens erneut – in “Parintins“, ein Name, der von den antiken Bewohnern der Umgegend, den Índios Parintintins, geprägt wurde. Mehr als 100 Jahre später (1991) wurde das Munizip in vier Distrikte unterteilt: Parintins (Sitz der Verwaltung), Paraná do Ramos, Nhamundá und Xiburi.

Die beste Zeit zu einem Besuch

Nun, Sie können Parintins eigentlich das ganze Jahr über besuchen. Wer allerdings besonderen Wert auf die Sportfischerei legt, oder sich an Flussstränden und in Freibädern vergnügen möchte, für den sind die Monate zwischen September bis Dezember ideal, der Zeit des niedrigen Wasserstandes in den Flüssen. Andererseits lohnt es sich unbedingt, Parintins während folgender Festivitäten zu besuchen: Das Fest der “Nossa Senhora do Carmo“ (06. bis 16. Juli) – das “Festival Folclórico de Parintins“ (24. bis 30. Juni) – der Höhepunkt dieses Festivals fällt auf die Tage 28./29. und 30. Juni, an denen sich die Ochsen Caprichoso und Garantido konfrontieren.

Touristische Sehenswürdigkeiten

Aber Parintins hat noch eine ganze Reihe weiterer Motive für einen lohnenden Besuch. Wenn Sie mal dort vorbeikommen, sollten Sie sich unbedingt auch die “Serra de Parintins“ ansehen – oder besser, mal eine Wanderung über den 150 Meter hohen Kamm der Hügellandschaft einplanen. Ausserdem wird Ihnen die üppige Tropische Natur des “Morro Santa Rita“ gefallen, hier gibt es Seen, kleinere Flüsschen, gigantische Bäume und seltene Orchideen!

Und natürlich ist es unerlässlich, dass Sie bei der Hitze auch mal ein erfrischendes Bad im transparenten Wasser des Rio Uaicurapá nehmen, am besten am Flussstrand “Taracuera“ oder 15 Minuten weiter per Boot, am Strand “Varre Vento“ – zwischen den Flüssen Mamuru und Uaicurapá. Der See “Macurany“ – mit 10 km Ausdehnung – liegt hinter dem Städtchen, ideal für Kanutouren.

Auch mit einem interessanten historischen Erbe kann die “Ilha de Parintins“ aufwarten. Zum Beispiel die Kathedrale “Nosso Senhora do Carmo“ (gegründet 1962) sie ist mit 40 Meter hohem Turm das höchste Gebäude der Insel – oder die Kirche “Igreja do Sagrado Coração de Jesus“ (von 1945), sie steht am Ufer des Amazonasstroms, und von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang im Strom – vielleicht noch die Kirche “Igreja de São Benedito“, gegründet 1795 vom Pater José das Chagas, die erste Kirche von Parintins, demoliert 1905 und wieder aufgebaut 1945.

Nach einer Anfahrt von 20 Minuten per Boot erreichen Sie die “Vila Amazônia“, umgeben vom Rio Amazonas und dem Rio Paraná do Ramos. Das kleine Dorf von historischer Bedeutung, heute von 67 Familien bewohnt, wurde einst zur Ansiedlung japanischer Emigranten gegründet, die sich auf die Landwirtschaft verstanden und speziell den Anbau von Jute-Fasern entwickelten (1930-1940).

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