Bundesstaat Mato Grosso

Veröffentlicht am 25. November 2011 - 14:22h

Der Name des Bundesstaates Mato Grosso weist auf eine Region hin, die mit dichten Wäldern bedeckt ist – aber nur noch in den antiken Dokumenten, denn inzwischen haben die Sojafarmer vom ehemaligen dichten Wald schon mehr als die Hälfte abgebrannt. Nach dem Abkommen von Tordesilhas, vom 7. Juni 1494, gehörte das Gebiet der spanischen Krone. Der Portugiese Pedro Aleixo war der Erste, der es erforschte, im Jahr 1525. Anfang des 17. Jahrhunderts gründeten spanische Jesuiten Missionsdörfer zwischen den Flüssen Paraná und Paraguay. Dann lockten Goldfunde die Bandeirantes und andere Abenteurer in die Region, die eine Besiedelung vorantrieben. Portugal erweiterte sein Herrschaftsgebiet und schuf die “Capitania de Mato Grosso“ (3.5.1748).

  • Staats-Kürzel: MT
  • Hauptstadt: Cuiabá
  • Bevölkerungszahl: 3.035.122 (11/2010)
  • Munizipien: 22
  • Städte: 139
  • Grösse: 903.329 km²
  • Strassen: 82.004 km
  • Bevölkerungsdichte: 3,36 Einwohner pro km²
  • Kunsthandwerk: indianische Gebrauchsgegenstände
  • Wirtschaft: Viehzucht, Zuckerrohr, Soja, Mais, Maniok, Tourismus
  • Einwohner: „MATO-GROSSENSES“

Zu ihrem Schutz vor der Bedrohung durch Indianer und Spanier errichteten sie weitere Dörfer und Forts – diese Siedlungen wachsen, und Portugal beeilt sich, mit Spanien die Grenzen des Territoriums zu regeln – das geschieht mit den Abkommen von Madrid (1750) und Santo Ildefonso (1777). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging die Goldproduktion zurück, die Wirtschaft stagniert, und das Wachstum der Bevölkerung kommt zum Stillstand. 1892 vereinigen sich Zivilisten und Militärs zu einer separatistischen Bewegung gegen die Regierung des Präsidenten Floriano Peixoto. Die Revolte wird niedergeschlagen. Konflikte zwischen dem Norden und Süden des Staates führen zu einer Intervention von Seiten der Regierung (1917). In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beginnt der Staat durch die Arbeit von Latex-Sammlern, Viehzüchtern und Mate-Pflanzern zu wachsen.

Region

Der Bundesstaat Mato Grosso befindet sich im okzidentalen Teil des Mittleren Westens von Brasilien.

Die Grenzen

  • Norden: Bundesstaaten von Amazonas und Pará
  • Osten: Bundesstaaten von Tocantins und Goiás
  • Süden: Bundesstaat Mato Grosso do Sul
  • Westen: Bundesstaat Rondônia und Bolivien

Klima

Das Klima gibt sich in den Ebenen tropisch, halbfeucht, und auf den Serras als tropisches Höhenklima – mit sommerlichen Regefällen und einem trockenen Winter. Die Durchschnittstemperaturen im grössten Teil des Bundesstaates liegen zwischen 23°C und 26°C. Die Niederschlagsmenge liegt zwischen 1.500 mm und 2.000 mm pro Jahr.

Relief

Der Bundesstaat Mato Grosso präsentiert eine relativ plane Oberfläche, die abrupt von einer Gruppe grosser Tafelberge unterbrochen wird – dem so genannten “Planalto Mato-Grossense“ – mit Höhen zwischen 400 und 800 Metern, und von einer Tiefebene, dem “Pantanal Mato-Grossense“, halbjährlich überschwemmt vom Rio Paraguay und seinen zahlreichen Nebenflüssen. Das “Pantanal“ ist mit seinem unvergleichlichen “Wildlife“ inzwischen weltbekannt geworden und zieht besonders in den “trockenen Monaten“ (Mai bis November) Besucher aus dem Ausland magisch an.

Ein weiterer touristischer Anziehungspunkt ist der “Parque Nacional da Chapada dos Guimarães“ – auf einer mittleren Höhe von 860 Metern gibt es Höhlen, Canyons, Wasserfälle und archäologische Fundstätten zu bewundern – 33.000 Hektar interessanter Natur!

Hydrographie

Das hydrografische Becken von Mato Grosso breitet sich über den gesamten Bundesstaat aus und befindet sich zwischen dem Amazonasbecken (615.020,1 km²) und dem des Rio Tocantins (116.486,5 km²). Die Flüsse Juruena, Teles Pires, Xingu, Araguaia, Paraguai, Piqueri, São Lourenço, Rio das Mortes und der Rio Cuiabá gehören zu den bedeutendsten des Bundesstaates.

Die Vegetation

Charakteristisch für den Bundesstaat Mato Grosso sind drei bedeutende Ökosysteme: Das Pantanal (10% seiner Fläche) – der Cerrado (40%seiner Fläche) und der Amazonas-Regenwald (50% seiner Fläche) – diese letzte (offizielle) Angabe darf bezweifelt werden (Anmerkung des Übersetzers/Autors, der Mato Grosso oft bereist hat und den restlichen Waldbestand auf höchstens 25% schätzt).

Ein Teil des Bundesstaates Mato Grosso ist von äquatorialem Regenwald bedeckt, der mit der Vegetationsform des Amazonas-Regenwaldes identisch ist. Südlich der Hauptstadt Cuiabá beherrscht der “Cerrado“ die Landschaft, ein Biom mit niedrigen Bäumen, deren Stämme verkrüppelt, und ihre Blätter mit einer dicken Schale versehen sind, auf dem harschen Boden Kriechvegetation, Savannengras und vereinzelte Büsche. Im Gebiet des Pantanal ist die Vegetation unterschiedlich – die Wissenschaftler bezeichnen es als “Übergangsgebiet“ zwischen Cerrado, Savanne, trockenem, äquatorialem und tropischem Wald – hier gibt es keinen homogenen Vegetations-Typus.

Die meist bevölkerten Städte

Cuiabá, Barão de Melgaço, Chapada dos Guimarães, Poconé

Die regionale Uhrzeit

(im Vergleich zu Brasília)
Minus 1 Stunde