Bundesstaat Tocantins

Veröffentlicht am 25. November 2011 - 14:26h

Tocantins ist einer der jüngsten brasilianischen Bundesstaaten, gegründet 1988, abgetrennt vom Norden des Nachbarn Goiás. Sein Name stammt aus der Tupi-Guarani-Sprache und bedeutet “Tukanschnabel“. Mit der Kostruktion der Hauptstadt Palmas (Palmen) begann man im Jahr 1989 – sie wurde, wie Brasília, direkt vom Reissbrett in die tropische Landschaft gesetzt – im Gegensatz zu den meisten anderen Hauptstädten Brasiliens an der Atlantikküste, die auf eine Gründung aus der Kolonialperiode zurückblicken können.

Und obwohl dieser Bundesstaat noch so jung ist, entwickelt er sich schnell – seine bedeutendsten Ressourcen sind die Flüsse Rio Araguaia und Rio Tocantins – die man eher den grössten Strömen der Welt zuordnen muss, und die das grösste hydrografische Netz innerhalb des brasilianischen Territoriums bilden (denn das hydrografische Netz Amazoniens ist zwar noch grösser, reicht aber auch über das brasilianische Territorium hinaus.) Das hydrografische Becken Araguaia/Tocantins liegt im Zentrum Brasiliens und präsentiert sowohl tropischen Amazonas-Regenwald als auch die Charakteristika der Cerrado-Savannen – ein Übergangsgebiet.

  • Staats-Kürzel: TO
  • Hauptstadt: Palmas
  • Bevölkerungszahl: 1.383.445 (Stand 11/ 2010)
  • Munizipien: 8
  • Städte: 139
  • Grösse: 277.622 km²
  • Strassen: 9.219 km
  • Bevölkerungsdichte: 4,98 Einwohner pro km²
  • Kunsthandwerk: indianische Gebrauchsgegenstände
  • Wirtschaft: Viehzucht, Mineralien (Gold und Edelsteine)
  • Einwohner: „TOCANTINENSES“

Die “Ilha do Bananal“, im Südwesten des Bundesstaates, ist die grösste Flussinsel der Welt (wenn man die “Ilha de Marajó“, in Pará, in der Amazonasmündung als Flussinsel mitrechnet, dann ist die “Ilha do Bananal“ allerdings nur die zweitgrösste). In Tocantins befindet sich der “Parque Nacional do Araguaia“ und ein Reservat der Carajá-Indianer. Ein touristisches Highlight ist der “Jalapão“ – eine trockene, jedoch sehr interessante Landschaft, in der die sie durchquerenden Flüsse grüne Oasen bilden, die viele Ökotouristen anlockt – 250 km von der Hauptstadt entfernt.

Die Staatsflagge

Ihre Botschaft ist der Satz “Wo die Sonne für jeden scheint“. Eine goldgelbe Sonne ziert ihre Mitte, und ihre Strahlen zeigen symbolisch auf die Zukunft des Staates. Die Sonne ist auf ein weisses Band platziert – die Farbe Weiss als Symbol des Friedens. Das Blau, oben links, und das Gelb, unten rechts, repräsentieren Wasser und Erde des Staates. Die Farben gehen zurück auf eine Flagge, die im 19. Jahrhundert von der „Autonomen Regierung von Palmas“ benutzt wurde. Die Fahne wurde am 17. November 1989 offiziell in das Staatswappen-Gesetz (Nr. 094/89) aufgenommen.

Die meist bevölkerten Städte

Tocantinópolis, Colinas do Tocantins, Araguaína, Gurupi, Palmas, Dianópolis, Porto Nacional

Die Grenzen

  • Norden: Die Bundesstaaten Maranhão und Pará
  • Süden: BundesstStaat Goiás
  • Osten: Die Bundesstaaten Maranhão, Piauí und Bahia
  • Westen: Die Bundesstaaten Pará und Mato Grosso

Klima

Der grösste Teil des Bundesstaates (ausser dem extremen Westen und der Nordregion) liegt innerhalb der Cerrado-Savanne. Hier ist das Klima heiss, halb-feucht, mit zwei ausgeprägten Jahreszeiten – einem trocken Winter von Mai bis Oktober. Die durchschnittlichen Regenfälle liegen bei 800 bis 1.600 mm pro Jahr. Die Böden sind in der Regel sehr alt, tief und arm an natürlichen Nährstoffen.

Die bedeutendsten Flüsse

Rio Tocantins und Rio Araguaia (die das grösste hydrografische Netz innerhalb des brasilianischen Territoriums bilden) – ausserdem der Rio do Sono, Rio das Balsas, Rio Paranã und Rio Manuel Alves. Alle mit Wasser während des ganzen Jahres – deshalb gehört Tocantins zu den fünf wasserreichsten Bundesstaaten Brasiliens.

Die Vegetation

Für die Cerrado-Landschaft sind extensive Savannen-Formationen charakteristisch, durchquert von Galleriewäldern und Stromtälern. Der Cerrado vereint in sich unterschiedliche Vegetationsformen. Feuchtgebiete mit Buriti-Palmenbestand findet man dort, wo der Grundwasserspiegel sich nahe der Erdoberfläche befindet. Alpine Weideflächen werden in höher gelegenen Gebieten sichtbar und mesophytische Wälder auf fruchtbareren Böden.

Die Savannen-Formationen sind nicht homogen. Es gibt hier grosse Unterschiede zwischen holziger und Herbaceae (Gräser) Vegetation, die eine Palette zwischen vollkommen “offenem Cerrado“ (offener Gras-Savanne), bis zum “geschlossenen“, waldartigen Cerrado, sowie dem “Cerradão“ (grossen Cerrado), einem besonders dichten Wald, präsentieren.