Amazonas-Tourismus

Veröffentlicht am 19. November 2011 - 14:50h

Wer nach Amazonien reist, ist meistens hergekommen, um den Amazonas-Regenwald in all seinen wunderbaren Details kennenzulernen, denn sowohl am Tag wie bei Nacht erfüllt das pralle Leben den grössten Regenwald der Erde. Dem Besucher eröffnet sich eine exotische und einmalige Welt: eine Flora im Überfluss allein mit rund 19.000 gezählten endemischen Arten (sie existieren nur in der jeweiligen Region). 40.000 verschiedenen Baumarten, tausenden von Orchideen, Kräutern und Heilpflanzen. Die Fauna Amazoniens präsentiert in unterschiedlichen Regionen Amazoniens zusammen rund 420 Säugetierarten, mehr als 2.000 Arten von Fischen, 1.300 Arten von Vögeln, von denen einige nur in Amazonien Vorkommen und eine nicht erfassbare Anzahl von interessanten und endemischen Amphibien und Reptilien.

Viele dieser Arten, Gattungen oder Spezies können Interessierte während eines Ausflugs in ihrem ursprünglichen Habitat beobachten, entweder zu Fuss, per Boot oder von einer der vielen Urwald-Lodges aus. Mit ein bisschen Glück – oder, wenn man im Besitz eines der vielen Veranstaltungskalender der Regionen ist – kann der Besucher an den ursprünglichen Bräuchen oder Festivals teilnehmen. Zum Beispiel findet in Maués jährlich das „Guaraná-Fest“ statt, in Parintins das Fest des „Boi Bumbá“ und in Barcelos das „Fest der Zierfische“.

Der tropische Regenwald Amazoniens mit seinen Dschungel-Lodges ist inzwischen auch zur Bühne für Forschungen und Analysen der verschiedensten Berufsgattungen aus aller Welt geworden. Die Erhaltung der Amazonasregion als grösstes Naturreservat liegt im Interesse von viel mehr Menschen, als man vielleicht glauben mag, wenn man immer wieder von den vernichtenden Brandrodungen hört, die kein Ende zu nehmen scheinen.

Die Besorgnis der Wissenschaftler und Ambientalisten auf der einen Seite, die Interessen der Holz- und Mineralienausbeuter, der Plantagenbesitzer und Viehzüchter auf der andern, und in der Mitte Regierungen, die zu einer Politik der klaren Linie nicht fähig sind – es steht gar nicht gut um die Erhaltung Amazoniens. Vielleicht gerade deshalb wird diese letzte zusammenhängende Urwaldregion plötzlich nicht nur Mittelpunkt von Wissenschaftlern und Ambientalisten, sondern auch einem zunehmenden Strom von Touristen, die inzwischen so viel positives und interessantes vom grössten Regenwaldgebiet unseres Planeten gehört haben, dass ihre Lust geweckt wurde, Amazonien einmal persönlich erleben zu wollen – und das ist gut so! Denn es bedeutet eine Chance mehr für diese einmalige, unvergleichliche Natur, durch den Enthusiasmus ihrer Besucher ein weltweites Echo für ihren definitiven Schutz und ihre Erhaltung auszulösen.

Unterkünfte im Regenwald

Einige dieser Unterkünfte in freier Natur haben die englische Bezeichnung “Lodges“ aus jenen ehemaligen Afrika-Safaris übernommen (was in etwa dem brasilianischen Begriff “Pousada“ entspricht, den man hier ebenfalls findet) – manchen besonders komfortablen Etablissements war diese Bezeichnung allerdings zu unbequem rustikal, deshalb sind sie trotz Regenwaldposition, beim beliebten Begriff “Hotel“ verblieben – einer bezeichnet seine auf einem See schwimmende “Dschungelidylle“ sogar als Palast!

Es versteht sich von selbst, dass diese, wegen des Transports der Gäste-Verpflegung, mehr oder weniger weit von der nächsten Grossstadt entfernten “Hotels“ bzw. “Lodges“ jeweils an besonders interessanten, naturidyllischen Stellen des Regenwaldes eingerichtet worden sind – die einen stehen auf Pfählen, die andern schwimmen auf dem Wasser – bei einem durchschnittlichen Aufenthalt zwischen drei und fünf Nächten soll es den Besuchern auch dann nicht langweilig werden, wenn sie sich nur in oder um ihre Unterkunft herum aufhalten.

Allen Lodge-, Pousada- und Hotelbesitzern gemeinsam ist die Sorge um die Erhaltung der Natur und deshalb kann man ihre Unterkünfte durchaus als “ökologisch korrekt“ bezeichnen – sie kümmern sich unter anderem auch darum, dass der anfallende Abfall nicht etwa in den Fluss geworfen oder der Erde vergraben wird, sondern in Containern in die Stadt zurück transportiert wird. Die meisten Lodges sind in regionalem Stil weitgehend der Natur angepasst – möglichst unauffällig in Formen und Farben. Ihr Innenleben, die meist themabezogene Dekoration und all den praktischen Komfort für die Gäste, kann man dagegen, wie gewohnt, in 1- 5 Sterne einteilen (die es in diesem Fall allerdings offiziell nicht gibt) – damit möchte wir nur andeuten, dass man sich die passende Unterkunft, je nach Belieben und entsprechendem Budget, auch unter den Lodges im Regenwald aussuchen kann – auch da gibt es ganz unterschiedliche Angebote, von rustikal bis luxuriös – und dazu gehört natürlich auch die jeweilige Verpflegung der Gäste.

Und das sollten Sie für einen Lodge-Aufenthalt mitbringen:

T-Shirts, Hut, lange Hose und langärmeliges Hemd (Bluse), zwei Paar Turnschuhe, Badekleidung, leichten Anorak, Sonnenschutz, Sandalen, Mückenschutz, Short, Regenumhang, Fernglas, Sonnenbrille, Foto- oder Filmkamera, Taschenlampe – dies sind nützliche Utensilien aus unserer Lodge-Erfahrung.