Bundesstaat Amazonas

Veröffentlicht am 25. November 2011 - 14:07h

Die Geschichte des Bundesstaates Amazonas, dass der Name “Amazonas” ursprünglich vom spanischen Abenteurer Francisco de Orellana stammt, als dieser im Jahr 1541 jenen grössten Strom der Erde von seinem Oberlauf bis zur Mündung befuhr und angab, an der Mündung des Nebenflusses Nhamundá auf “kriegerische Weiber“ gestossen zu sein, denen er und seine Mannschaft nur mit knapper Not entkamen, und die er, angelehnt an die griechische Mythologie, als “Amazonen“ bezeichnete.

Diese phantastische Geschichte wird schon ziemlich lange von den Historikern als abenteuerliche Phantasterei abgetan, zumal sich eine solche Begegnung einfach durch die langen Haare von Waldindianern erklären lässt, welche von Orellana irrtümlich für Frauen gehalten wurden, auch weil diese wahrscheinlich die weissen Eindringlinge mit Ihren Pfeilen oder Blasrohren auf Abstand gehalten haben.

Die etymologische Alternative der Historiker dazu ist, dass dieser Name vom indianischen Wort “Amasunu“ stammt (aus dem Tupi-Guarani-Sprachgebrauch) – es bedeutet “Geräusch von Wasser“ oder “Wasser, das donnert“.

  • Staats-Kürzel: AM
  • Hauptstadt: Manaus
  • Bevölkerungszahl: 3.483.985 (Stand 11/2010)
  • Munizipien: 13
  • Städte: 62
  • Grösse: 1.559.161,682 km²
  • Strassen: 5.740 km
  • Bevölkerungsdichte: 2,23 Einwohner pro km²
  • Kunsthandwerk: indianische Gebrauchsgegenstände
  • Wirtschaft: Kautschuk, Guaraná, Mineralien, Maniok, Tourismus
  • Einwohner: „AMAZONENSES“
  • Einwohner der Hauptstadt: Manauaras oder Manauenses

Grenzen

Der Bundesstaat Amazonas wird im Norden begrenzt vom Nachbarland Venezuela und dem brasilianischen Bundesstaat Roraima. Im Nordwesten grenzt er an Kolumbien – im Osten an den brasilianischen Bundesstaat Pará – im Südosten an den Bundesstaat Mato Grosso – im Süden an den Bundesstaat Rondônia und im Südwesten an den Bundesstaat Acre sowie das Nachbarland Peru.

Amazonas ist der grössten brasilianische Bundesstaat – er bedeckt mehr als 18% der Fläche Brasiliens, und sein Territorium befindet sich zwischen der Hochebene von Guyana (im Norden) und dem Brasilianischen Zentralplateau (im Süden).

Die bedeutendsten Flüsse

Solimões, Negro, Amazonas, Juruá, Purus, Içá und der Japurá.

Die meist bevölkerten Städte

Manaus, Manacapuru, Tefé, Parintins, Itacoatiara und Humaitá

Die regionale Uhrzeit

(im Vergleich zu Brasília)
Minus 1 Stunde östlich der Linie Tabatinga-Porto Acre – minus 2 Stunden westlich derselben Linie.

Klima

Es ist heiss und feucht, ein äquatoriales Klima, mit einer Temperatur, die sich während des Jahres kaum verändert – um die 26°C. Allerdings gibt es manchmal kurze, zwischenzeitliche Temperaturextreme, die auf 14°C fallen können oder auf 42°C klettern. Die Regenfälle sind hier äusserst ergiebig (zwischen 3.500 und 6.000 mm pro Jahr) und in bestimmten Perioden fällt soviel Wasser vom Himmel, dass sein natürlicher Ablauf überfordert ist – die Flüsse schwellen, treten über ihre Ufer und überschwemmen weite Landstriche.

Relief

Der Bundesstaat Amazonas präsentiert drei Höhenstufen – Igapós (überschwemmter Wald), Várzeas (sporadisch überschwemmte Flussuferflächen) und niedere Plateaus, die man auch Terra firme (Festland) nennt – Stufen, die vom Wasservolumen der Flüsse abhängig sind, und diese wiederum von den Niederschlagsmengen. Die Igarapós sind permanent überschwemmte Areale, deren Vegetation sich mit Wurzeln unter Wasser der Situation angepasst hat.

Die Várzeas befinden sich auf etwas höher gelegenen Flächen und werden deshalb nur während der Überschwemmungsperiode der Flüsse vom Wasser bedeckt. Die “Seringueira“ (Hevea Brasiliensis) zum Beispiel, bevorzugt diese Art von Boden. Die niederen Plateaus der Terra firme befinden sich ausserhalb der Reichweite sporadischer Überschwemmungen – hier hat der Wald seine beständigste Vegetationsdecke hervorgebracht, mit bis zu 60 Meter hohen Baumriesen. Im nördlichen Teil des Staates findet man den höchsten Gipfel Brasiliens, den Pico da Neblina, mit 3.014 Metern Höhe – er befindet sich innerhalb der Serra de Imeri, nahe der venezolanischen Grenze.

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