Bundesstaat Rondônia

Veröffentlicht am 25. November 2011 - 14:15h

Das im Jahr 1943 geschaffene “Território do Guaporé“ (dem heutigen Bundesstaat Rondônia) setzte sich eigentlich aus Gebieten zusammen, welche zu den Bundesstaaten Amazonas und Mato Grosso gehörten. Am 17. Februar 1956 erhielt es den Namen “Território de Rondônia“ zu Ehren von Candido Mariano da Silva Rondon, besser bekannt als Marschall Rondon (1865-1958) – ein brasilianischer Offizier mit indianischen Vorfahren, der sich grosse Verdienste um die Erforschung des wilden Interiors Zentralbrasiliens und der Befriedung zahlreicher Indianervölker erworben hat. Im Jahr 1981 wurde dann das “Territorium Rondônia“ als Bundesstaat in die brasilianische Föderation aufgenommen.

  • Staats-Kürzel: RO
  • Hauptstadt: Porto Velho
  • Bevölkerungszahl: 1.562.409 (Stand 11/2010)
  • Munizipien: 23
  • Städte: 23
  • Grösse: 237.590 km²
  • Strassen: 10.469 km
  • Bevölkerungsdichte: 6,58 Einwohner pro km²
  • Kunsthandwerk: Keramik, geflochtene Gebrauchsartikel
  • Wirtschaft: Mineralien, Edelsteine, Kautschuk, Nüsse, Holz
  • Einwohner: RONDÔNIENSES

Region

Der Bundesstaat Rondônia liegt im westlichen Teil der brasilianischen Nordregion und wird vom okzidentalen Teil Amazoniens vereinnahmt. Der grösste Teil des staatlichen Territoriums liegt auf dem südlichen Amazonas-Plateau, welches zum brasilianischen Zentralplateau gehört.

Die Grenzen

  • Norden: Der Bundesstaat Amazonas
  • Osten und Südosten: Der Bundesstaat Mato Grosso
  • Südosten: Der Bundesstaat Mato Grosso und Bolivien
  • Westen: Bolivien
  • Nordwesten: Die Bundesstaaten Amazonas und Acre

Klima

Im Bundesstaat Rondônia trifft man auf ein äquatoriales Klima – die Temperaturunterschiede werden beeinflusst von den Niederschlägen und den Höhenunterschieden. Die jährlichen Durchschnittswerte liegen zwischen 24°C und 26°C, Höchsttemperaturen können zwischen 28°C und 33°C vorkommen, die Mindestwerte liegen zwischen 18°C und 21°C in höheren Gebieten, wie zum Beispiel in Vilhena. Die jährlichen Niederschlagswerte liegen zwischen 1.800 bis 2.200mm. Die trockensten Monate sind Juni, Juli und August – die feuchtesten Dezember bis Mai.

Relief

Es ist nur wenig aufgeworfen – mit minimalen Höhenunterschieden zwischen 70 und 500 Metern. Der nördliche und nordwestliche Teil, welcher zur grossen Amazonasebene gehört, befindet sich im Tal des Rio Madeira und präsentiert ein Gebiet mit niederen, sedimentären Flächen. Die gebirgigeren Gebiete finden sich im Süden, mit Höhen, die bis 800 Meter reichen – in der Serra dos Pacaás Novos, die zwischen Nordwesten und Südosten verläuft und die Wasserscheide zwischen dem Guaporé-Becken und jenen der Zuflüsse des Rio Madeira darstellt (Rio Jaci-Paraná, Rio Candeias und Rio Jamari).

Hydrographie

Das Bewässerungsnetz des Bundesstaates wird vom Rio Madeira und seinen Nebenflüssen repräsentiert, die acht signifikante Becken bilden: Das Guaporé-Becken, das Mamoré-Becken, das Abunã-Becken, das Mutum-Paraná-Becken, das Jacy-Paraná-Becken, das Jamari-Becken, das Ji-Paraná-Becken und das Aripuanã-Becken.

Der Rio Madeira, einer der bedeutendsten Nebenflüsse des Amazonas, hat eine Länge von 1.700 km in brasilianischem Territorium, an seiner Mündung fliessen 23.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Amazonas. Der Madeira wird von den Flüssen Guaporé, Mamoré und Beni gebildet, die vom Andenplateau herunterkommen – in seinem Verlauf präsentiert er zwei unterschiedliche Abschnitte, die man mit “Oberem“ und “Unterem Madeira“ unterscheidet. Der erste Abschnitt, 360 km lang bis Porto Velho, der Hauptstadt Rondônias, ist höchstens mit kleinen Kanus abschnittweise befahrbar, wegen der vielen Wasserfälle – 18 Fälle insgesamt, die Höhenunterschiede um die 70 Meter überbrücken.

Der Untere Madeira dagegen, ist auch für grössere Schiffe befahrbar, 1.340 km ab Cachoeira de Santo Antônio bis zu seiner Mündung in den Amazonas. Der Flussverkehr zwischen Porto Velho und Belém, der Hauptstadt von Pará, ist auf dieser Wasserstrasse, die insgesamt eine Länge von 3.750 km hat, ganzjährig möglich. Fast der gesamte Transport zwischen Porto Velho und Manaus (Bundesstaat Amazonas) wird ebenfalls über den Rio Madeira – Amazonas und Rio Negro abgewickelt – besonders wichtig für die in der Freihandelszone produzierten Güter, welche zu Märkten in anderen Regionen transportiert werden müssen.

Der Rio Guaporé bildet in seiner gesamten Länge die Grenze zwischen Brasilien und Bolivien, kleine und mittelgrosse Boote können ihn auch in der Zeit mit niedrigem Wasserstand befahren. Das Mamoré-Becken erstreckt sich über eine Fläche von 30.000 km2 innerhalb des Bundesstaates und, zusammen mit dem Guaporé-Becken, bildet er ein Netz von Wasserstrassen, die für den Bundesstaat von grosser Bedeutung sind, denn er nutzt den Wasserweg als erstes Transport- und Kommunikationsmittel.