Der Norden Brasiliens

Veröffentlicht am 25. November 2011 - 13:57h

Der Norden ist eine der fünf geografischen Regionen Brasiliens und mit einer Fläche von 3.869.637 Quadratkilometern bei weitem die Grösste. Sie vereint in sich sieben Bundesstaaten: Acre, Amapá, Amazonas, Pará, Rondônia, Roraima und Tocantins. Geo-wirtschaftlich liegt sie in der Region Amazonien, zwischen dem Hochland von Guyana (im Norden), dem Zentralplateau (im Süden), den Kordilleren der Anden (im Westen) und dem Atlantischen Ozean (im Nordosten). Diese Region wird von einem äquatorialen Klima bestimmt – mit Ausnahme des Nordens von Pará, des Südens von Amazonas und in Rondônia, wo das tropische Klima vorherrscht.

Das bedeutendste Ökosystem unseres Planeten prägt das Gesicht des Nordens: Amazonien. Daneben präsentiert der Norden noch einen kleineren Streifen Mangrovenwald (an seiner Atlantikküste) und einige Cerrado-Gebiete und Galeriewälder.

Um die physischen Charakteristika einer Region verstehen zu können, braucht man Beobachtungsgabe und Folgerungsvermögen: Im Fall der Nordregion erklären ihre Lage auf dem Breitengrad und ihr Relief die Temperatur – Temperatur und Windrichtungen erklären die Feuchtigkeit und das Wasservolumen der Flüsse – Klima und Feuchtigkeit zusammen sind verantwortlich für die Existenz des ausgedehntesten und dichtesten Waldes der Erde, des Amazonas-Regenwaldes (oder wissenschaftlich: Hileia Amazonica).

Dieser Regenwald bedeckt eine Fläche von 3.659.637,9 km², das entspricht 42,27% des brasilianischen Territoriums. Innerhalb dieser Region befinden sich der grösste und der zweitgrösste Bundesstaat Brasiliens – Amazonas und Pará – und auch die drei flächenmässig grössten Munizipien Brasiliens: Altamira, Barcelos und São Gabriel da Cachoeira. Sie haben jeweils eine Grösse von mehr als 100.000km² und damit sind sie grösser als 105 Länder dieser Welt.

Heimliche Hauptstadt des Nordens ist die Amazonasmetropole Manaus mit fast zwei Millionen Einwohnern. Sie ist nicht nur Tor für eine Naturreise in den brasilianischen Regenwald, hier steht auch noch das imposante „Teatro Amazonas“ als Vermächtnis des Kautschuk-Booms vor mehr als 100 Jahren. Doch das wohl Spektakulärste an Manaus ist das Zusammenfliessen des „Rio Negro“ und des „Rio Solimões“ zum mächtigen Amazonas. Aufgrund Temperaturunterschiede, Fließgeschwindigkeit und Zusammensetzung fliessen beiden Flüsse – der eine braun, der andere schwarz – kilometerlang nebeneinander her. Das „Encontro das Aguas“ (Zusammentreffen der Wasser) ist daher auch für Touristen ein beliebtes Ausflugsziel bei einer Reise in den Norden Brasiliens.

  • Fläche der brasilianischen Nordregion – 3 869 637,9 km²
  • Bevölkerung – 15.865.678 Einwohner (IBGE/2010)
  • Demografische Dichte – 3,77 Einwohner pro km²

Anmerkung: Wir haben ganz unterschiedliche wissenschaftliche und offizielle staatliche Quellen konsultiert. Daraus erklären sich die teilweise von einander abweichenden Zahlenangaben.

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