Belém

Veröffentlicht am 10. Dezember 2011 - 09:11h

Belém ist ein am 12. Januar 1616 gegründeter Munizip – mit der gleichnamigen Hauptstadt – innerhalb des brasilianischen Bundesstaates Pará. Mit einer Fläche von 1.064,918 Quadratkilometern, gelegen im östlichen Teil des brasilianischen Nordens, 2.146 km entfernt von der Landeshauptstadt Brasília. Die Bevölkerungszahl liegt bei rund 1.392.031 Bewohnern – die grösste demografische Dichte des Nordens, mit 1.307,17 Ew/km2 (IBGE 2010) – man bezeichnet die Hauptstadt Belém auch als “Metropole Amazoniens“ – sie steht an zweiter Stelle der touristischen Ziele in Amazonien und gilt als die Stadt mit der höchsten Lebensqualität des brasilianischen Nordens und Nordostens.

Im Verlauf seiner fast 400-jährigen Geschichte hat Belém Zeiten des Wohlstands erlebt, darunter auch der Gummi-Boom am Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Stadt unzählige europäische Einwandererfamilien aufnahm, was die Architektur ihrer Gebäude stark beeinflusst hat – man nannte sie damals “das Paris Amerikas“. Obwohl heutzutage eine kosmopolitische, moderne Stadt in verschiedenen Aspekten, hat Belém sein traditionelles Flair der Fassaden und Villen, der Kirchen und Kapellen aus seiner kolonialen Periode nicht verloren. Die Stadt ist weltweit bekannt und hat einen grossen nationalen und sogar internationalen Einfluss auf Kultur, Wirtschaft und Politik. Sie präsentiert sich dem Besucher mit sehenswerten Parks und Museen, wie zum Beispiel dem “Bosque Rodrigues Álves“ und dem “Museu Paraense Emílio Goeldi“, dem freien Markt “Ver-o-Peso“, dem Theater “Da Paz“ und mit Events von internationalem Interesse, wie die “Amazônia Fashion Week“ oder das grösste religiöse Volksfest Amazoniens, der “Círio de Nazaré“, unter zahlreichen anderen Veranstaltungen.

Die Region, in der die Stadt heute liegt, war einst bewohnt von den Indios Tupinambá. Der erste primitive Siedlungskern des Munizips geht auf den Anfang der Entdeckung der Amazonasmündung zurück, auf die Epoche der Filipina-Dynastie unter lusitanisch-spanischer Besetzung unter dem Kommando des Kapitäns Francisco Caldeira Castelo Branco, der am 12. Januar 1616 das Fort “Forte do Presépio“ an diesem Ort gründete.

Die Siedlung, welche sich um das Fort gruppierte, nannte man zuerst “Feliz Lusitânia“ (Glückliches Lusitanien). Später wechselte sie mehrere Male den Namen – der Reihe nach in “Maria de Belém“ – Belém do Grão Pará“ und schliesslich nur noch kurz “Belém“, und den hat die Stadt bis heute behalten – sie war die erste Hauptstadt Amazoniens.

In historischer Zeit basierte die lokale Wirtschaft, neben den Sammelaktivitäten der so genannten “Drogen aus dem Sertão“ (gemeint sind Heilkräuter und Gewürze), auf einer Landwirtschaft zur Selbsterhaltung, ergänzt durch Viehzucht in kleinerem Rahmen und Fischfang, praktiziert von kleinen Produzenten, die vorwiegend die Marajó-Insel und die Vigia-Insel bewohnten. Weit entfernt von den tonangebenden Regionen des Nordostens und Südostens Brasiliens, und stark verbunden mit dem Königshof in Portugal, anerkannte Belém die Unabhängigkeit Brasiliens erst am 15. August 1823, fast ein Jahr nach ihrer Proklamation.