Santarém

Veröffentlicht am 8. Dezember 2011 - 10:06h

Pater João Felipe Bettendorf gründete am 22. Juni 1661 eine Mission im Dorf der Tapajós-Índios und legt damit die Wurzeln der Stadt “Santarém“.

Zur Herkunft des Namens

Eine alte Legende erzählt von einem Paar adeliger Goten, Ermígio und Eugênia, die in einem Ort mit Namen Nabância, in Lusitanien, lebten – sie hatten eine wunderhübsche Tochter mit Namen Irene.

Seit ihrer Kindheit wurde das süsse Mädchen auf ein religiöses Leben vorbereitet und in einem Konvent, in der Nähe ihres Elternhauses, von zwei Tanten erzogen, die als Nonnen in jenem Konvent lebten.

Eines Tages wurde ein Edelmann mit Namen Teobaldo ihrer ansichtig und verliebte sich Hals über Kopf in die schöne Irene. Er hielt um ihre Hand an, wurde aber abgewiesen, denn Irene war fest entschlossen, ihr Leben dem Konvent als Nonne zu widmen. Enttäuscht und erzürnt ob der Zurückweisung entführte Teobaldo seine Angebetete, nachdem er sie von Dienern hatte narkotisieren lassen.

Als das Mädchen wieder zu sich kam, weigerte sie sich erneut, Teobaldo als ihren Ehemann zu akzeptieren – und dieser, in der spontanen Aufwallung seiner Gefühle, schlug ihr den Kopf ab und liess ihren Körper in den Tejo werfen – direkt vor dem Flussstrand der Stadt Escalabis. Engel bargen Irenes Körper und konstruierten auf ihrem Grab ein herrliches Mausoleum aus makellosem Marmor.

Aus allen Teilen Lusitaniens strömten Menschen zum Grab der jungfräulichen Märtyrerin. Und die Stadt Escalabis wurde später umbenannt in “Santa Irene“ – was die Portugiesen aussprachen wie “Santirene“ – und von da ist es nur ein kleiner Abrutscher zu “Santarem“.

Heute trägt die portugiesische Stadt “Santarém“ immer noch ihren Namen mit sichtbarem Stolz – und einer ihrer Söhne, ein portugiesischer Administrator der Kolonialepoche, Jerônimo Mendonça Furtado, gab dann dem brasilianischen Dorf der Tapajós den Namen seiner Geburtsstadt, als er die Siedlung am 14. März 1758 in den Stand einer Kleinstadt erhob.

Hydrografie

Das Wassernetz des Munizips wurde in sechs hydrografische Becken unterteilt:

Becken des Rio Amazonas

Es erstreckt sich über mehr als 1/6 der Gesamtfläche des munizipalen Territoriums. Der Amazonasstrom ist von grosser Bedeutung für das Munizip, nicht nur wegen seiner hervorragenden Schiffbarkeit und seines besonderen Fischreichtums, sondern auch wegen seiner Várzea-Böden (halbjährlich überschwemmte flache Uferebenen) mit ihrer erhöhten Fruchtbarkeit, Resultat der vom Fluss angeschwemmten Nährstoffe. Im Amazonasbecken findet man unzählige Kommunen, die Kunsthandwerk aus Palmstroh, Holz und Keramik anfertigen.

Becken des Rio Arapiuns

Befindet sich im Westen des Munizips, zwischen den Becken des Tapajós und dem Amazonas, und bedeckt eine Fläche von zirka 7.064 Quadratkilometern – entspricht etwa 28% der munizipalen Fläche. Der letzte grosse Nebenfluss des Rio Tapajós, der Rio Arapiuns, ist ein Fluss mit transparentem Wasser, äusserst arm an Phytoplankton, und deshalb auch mit nur geringem aquatischen Leben.

Entlang der Ufer des Rio Arapiuns gibt es unzählige Kommunen, die sich durch ihr Kunsthandwerk einen Namen gemacht haben – als Rohmaterial dienen ihnen Palmstroh und diverse Lianenarten, sie fertigen interessante Keramik und Holzschnitzereien – die Kommunen von Cuipiranga, Urucureá, Vila Gorete, São Pedro und São Miguel und viele andere.

Becken des Rio Tapajós

Das zweitgrösste an Ausdehnung im Munizip von Santarém. Der Rio Tapajós ist der bedeutendste Wasserweg, weil er den zentralen Teil der Region durchquert – von Süden nach Norden – auf einer Länge von 132 km, bis er in den Amazonas mündet, direkt vor der Stadt Santarém.

Weite Teile des Tapajós-Beckens werden von einer üppigen Vegetation beherrscht, hier gibt es gigantische Bäume, manchmal mit Höhen zwischen 25 und 35 Meter, die charakteristisch sind für den dichten Wald der “Terra firme“ – hier befindet sich das Schutzgebiet “Floresta Nacional do Tapajós“, am rechten Ufer des Flusses.

Neben der landschaftlichen Schönheit des Tapajós-Beckens – seiner Flussstrände und Seen – geeignet sowohl für den Abenteuer-Tourismus als auch zur Tierbeobachtung (Delfine, Vögel) – sollte man auch hier den Kommunen der “Ribeirinhos“ (Uferbewohner) einen Besuch abstatten, die sich der Herstellung von interessantem Kunsthandwerk aus Palmfasern, Lianen, Holz und Keramik widmen – zum Beispiel die Flecken Alter do Chão, Vila Franca, Anumã und Solimões.

Becken der Flüsse Moju, Mojuí und Curuá-Una

Die ersten Zwei sind Nebenflüsse des Dritten – zusammen bilden sie das Wassernetz der so genannten “Planalto Region“ (Hochebene), bestehend aus unzähligen Bächen und Flüsschen, alle fliessen sie zum Rio Curuá-Una. Zusammen bewässern sie ein Areal von zirka 9.986 Quadratkilometern, oder 37,65% des gesamten Munizips im Osten der Region.

Das Becken des Curuá-Una, im extremen Osten, hat eine Fläche von zirka 4.055 km2 und bewässert damit zirka 15% des Munizips. Der Rio Curuá-Una ist ein Nebenfluss des Amazonassstroms auf seiner rechten Seite.

Das hydrografische Becken des Rio Moju befindet sich zentralen Süden des Munizips, zwischen den Becken des Curuá-Una und des Mojuí. Von ihm wird eine Fläche von zirka 3.325 km2 bewässert – zirka 12,5% des munizipalen Territoriums. Das Becken des Rio Mojuí befindet sich im zentralen Teil der Region, die von den Becken des Tapajós, Amazonas, Curuá-Una und Moju umgeben ist. Auf einer Fläche von zirka 2.605 km2 oder 9,8% des munizipalen Territoriums.