Ilha de Marajó

Veröffentlicht am 10. Dezember 2011 - 09:29h

Die grösste Flussinsel der Welt – die Ilha de Marajó – wird eingerahmt vom Wasser des Amazonasstroms und des Rio Tocantins – ausserdem vom Atlantischen Ozean gegen Osten. Sie hat eine Oberfläche von 49.602 Quadratkilometern und stellt eine der lieblichsten Winkel üppiger, tropischer Natur dar, mit einer reichen Fauna und der grössten Büffelherde Brasiliens. Die Insel präsentiert ganz unterschiedliche Vegetationsarten:

Der Ostteil ist bedeckt mit Savannengras, im Westen herrschen dichte Wälder vor. Die Landschaftskomposition besteht aus Regenwald, Savanne, Grasflächen, Flussstränden, Seen aller Grössen, Sümpfen und Bächen. Seltene Vögel, wie der Guará (Eudocimus ruber), Kaimane, Fische, Riesenschlangen und viele andere Tiere bilden die typische Fauna der Insel – sie präsentieren ein unvergessliches Spektakel der Farben und Töne.

Während einer Jahreshälfte (von Januar bis Juni) steht die Insel zu einem Grossteil unter Wasser – aber die Landschaft entwickelt sich genau in dieser Zeit zu einer blühenden Schönheit, die wirklich unvergleichlich ist!

Zirka 250.000 Einwohner leben auf der Insel in 13 Munizipien – Soure ist das meist besuchte, denn hier erwarten die Besucher herrliche Strände, und die kleine Stadt kann auch mit einer befriedigenden Infrastruktur aufwarten – Hotels, Pousadas, Restaurants sorgen für das leibliche Wohlbefinden, und hier feiert man auch gerne während des ganzen Jahres.

Die so genannte “Marajoara-Kultur“ ist weit über die Inselgrenzen hinaus ein Begriff – ein grosser Teil der pará-typischen Folklore stammt von der Insel und wird dort auch am interessantesten und traditionellsten interpretiert. In den einzelnen Munizipien der Insel scheint die Zeit ein bisschen stehen geblieben zu sein – hier wird man plötzlich mit einem echten “Carimbó-Tanz“ oder einem “Lundu“ aus antiker Sklavenzeit überrascht. Besonders bekannt und berühmt wurde die Insel allerdings durch ihre besondere und unvergleichliche prähistorische Keramik, deren Kunst der Herstellung von ehemaligen indigenen Bewohnern weitergereicht worden ist – die ältesten Fundstücke werden auf 980 vor Christus datiert! Die jüngsten Originale stammen aus dem 18. Jahrhundert – und sie werden heute noch von den Kunsthandwerkern der Insel kopiert.

Originalkeramiken aus dem 18. Jahrhundert sind im schon erwähnten “Museu Goeldi“ ausgestellt – ausserdem im “Museu do Marajó“ im Ort Cachoeira do Arari. Eine interessante Art und Weise die Insel Marajó kennenzulernen, ist ein Besuch der Fazendas im Innern. Einige davon haben eine gewisse rustikale Struktur zum Empfang von Touristen. Die Ausflüge im Innern der Insel werden per Jeep, zu Pferd oder auch zu Fuss durchgeführt, und man lernt Flüsschen, Überschwemmungs- und Waldgebiete kennen – und trifft immer mal wieder auch auf eine Büffelherde.

“Soure“ und “Salvaterra“ sind die beiden meist besuchten Munizipien im Monat Juli. Sie beide bieten schöne Strände, die in diesem Anfangsmonat der Trockenperiode, und während der Ferien, sich in ein einziges Fest verwandeln. Die beiden Top-Strände in Soure heissen “Pesqueiro“ und “Araruna“ – die entsprechenden Strände in Salvaterra heissen “Praia Grande“ und Joannes“. Ausser den Stränden können Besucher auch in herrlichen Bächen (Igarapés) baden – zum Beispiel im Ortsteil “Pingo D’água“, in Salvaterra, gibt es schöne Igarapés mit eiskaltem, transparenten Wasser!

Soure

Ist das grösste Munizip auf der Marajó-Insel – das Städtchen entstand aus einer antiken Siedlung der Maruanaze-Indios. Es ist das Eingangstor zur Insel – sehenswert ist das Gebiet der “Campos“ mit typischer Flora und Fauna, die grossen Büffelzucht-Fazendas und die wilden Strände ohne Infrastruktur, die viele Besucher anlocken, besonders “Pesqueiro“ und “Araruna“. Soure liegt am Ostufer der Marajó-Bucht, 87 km Luftlinie von Belém entfernt. Das Städtchen selbst hat eine gute Infrastruktur zum Empfang von Touristen, die per Boot oder der Fähre (via Camará) ankommen. Hier ist es ruhig und beschaulich, wie in allen Orten der Insel – mit einem angenehmen Klima und sauberer Luft das ganze Jahr über.

Santa Cruz do Arari

Der Marajó-Archipel ist ein Geschenk der Götter, im Norden des weiträumigen Territoriums von Pará gelegen. Ein Scenario der schönen Landschaften, der Magie der Mutter Natur, von der die Besucher aus allen Teilen der Welt immer wieder hingerissen sind. Unter den 16 Munizipien, in die der Archipel aufgeteilt ist, hebt sich besonders Santa Cruz do Arari ab durch seine einmalige landschaftlichen Reize – noch kann man es nicht so einfach erreichen – aber deshalb spielt sich hier das einfache Leben auch noch ohne die Probleme der grossen urbanen Zentren ab.

Von Belém 176 km entfernt, liegt Santa Cruz am Ufer des Rio Arari – der Name bedeutet in der indigenen Tupi-Sprache “Fluss der Aras“, und hat auch der bedeutendsten Attraktion des Munzips seinen Namen gegeben, dem See “Lago do Arari“. Mit einer Fläche von 1.074,9 km2 wurde das Munizip von Santa Cruz am 29. Dezember 1961 geschaffen. Es grenzt im Norden an das Munizip Chaves, im Süden an Ponta de Pedras, im Westen an Anajas und Chaves, im Osten an Cachoeira de Ararari – die Bevölkerung beträgt rund 5.700 Einwohner. Ausser Santa Cruz befinden sich im Munizip noch die Dörfchen Jenipapo do Arari, Boa Vista, São José, Igarapé Fundo, Santa Maria, Sacramenta, Santa Rita, São Marcos und Mocoões.

Das äquatoriale Klima ist feuchtwarm, ganzjährig herrscht hier eine mittlere Temperatur von 27°C – mit einem Minimum von 18° und einem Maximum von 36° – sicher nicht für jeden Europäer eine Wohlfühltemperatur. Wie überall im Norden Brasiliens, ist es in den ersten sechs Monaten des Jahres hier besonders feucht – die Regenperiode. Während dieser Zeit herrschen die niedrigen Temperaturen vor – und während der anschliessenden Trockenzeit der zweiten Jahreshälfte, die höheren.

Die Natursavanne, in der die einzelnen Büffelherden dem Landschaftsbild einen besonderen Reiz verleihen, bedeckt den grössten Teil des Munizips. Doch es gibt immer wieder auch kleinere Areale mit Baumgruppen und Büschen, besonders entlang der grösseren Flussläufe. Die höchst gelegene Ebene dieser Landschaft erreicht gerade mal 20 Meter über dem Meeresspiegel.

Die Zucht von Rindern und Büffeln stellt die bedeutendste wirtschaftliche Aktivität in Santa Cruz do Arari dar. Ein bescheidenes Netz von Händlern, mit kleinen Niederlassungen, versorgt die Stadt und ihre umliegenden Distrikte mit den lebensnotwendigen Gütern.