Geschichte Pará

Veröffentlicht am 25. November 2011 - 14:13h

Das “Forte de Presépio“ (Fort der Krippe), gegründet 1615 durch die Portugiesen, gab der Stadt Belém (Bethlehem) ihre Wurzeln, jedoch schon früh wurde das Territorium immer wieder von Holländern und Engländern invadiert und besetzt, die auf der Suche nach seltenen Gewürzen waren. Im Jahr 1715 wurde Belém die Hauptstadt von Maranhão und Grão-Pará – von hier aus versuchten die Portugiesen den gesamten extremen Norden ihrer Kolonie zu kontrollieren.

Im 17. Jahrhundert erlebte die Region – sie stand damals unter der Regierung der “Capitania von Maranhão und Grão Pará“ – Wohlstand durch Feldarbeit: Kaffee, Reis, Zuckerrohr, Kakao und Tabak waren die bedeutendsten Produkte – und durch die Rinderzucht. Im Jahr 1774 wurde diese Integration aufgelöst. 1821 unterstützten die Bewohner von Pará jene “Revolução Constitucionalista do Porto (Revolution aus Portugal), die dann allerdings im Ursprungsland niedergeschlagen wurde – aber in Pará ging sie weiter: die so genannte “Cabanagem“ (1835), in der schwarze Sklaven, Indianer und Caboclos (Mestizen) gemeinsam gegen die portugiesische Elite kämpften, erreichte die Unabhängigkeit der Provinz Grão-Pará.

Die Wirtschaft wuchs schnell im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. durch die Ausbeutung des Latex. Nach dem Niedergang des brasilianischen Weltmonopols kam die Stagnation, aus der sich Pará in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts befreite – mit der Entwicklung der Landwirtschaft im Süden des Staates. In den 70er Jahren steigerte sich das Wachstum durch die Eisenförderung in der Serra dos Carajás und des Goldes in der Serra Pelada.

Der Bundesstaat Pará – Stern auf der Nationalflagge über der Inschrift “Ordem e Progresso“ (Ordnung und Fortschritt) – war schon einmal ein unabhängiges Territorium innerhalb Brasiliens. Gleich nach ihrer Kolonisierung, unterstand die “Provinz von Maranhão und Grão Pará“ dem portugiesischen Hof direkt, und nicht der portugiesischen Kolonie in Amerika. Ein grosser Teil der paraensischen Ländereien gehörten einst der spanischen Krone – wenn auch nur auf dem Papier – als Folge der “Iberischen Union“ zwischen 1580 und 1640. Als die zu Ende ging, forcierten die Portugiesen die Kolonisierung von Pará, dessen Territorium auch anderen europäischen Nationen in die Augen stachen. Portugal ersetzte den Gewürzhandel durch die Ausbeutung der so genannten “Drogen des Sertão“ – damit hatten sie eine wirtschaftliche Alternative entdeckt, welche dazu beitrug, das Interior des Territoriums von Grão Pará zu erforschen.

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