Region des Rio Tapajós

Veröffentlicht am 10. Dezember 2011 - 09:22h

Die schon beschriebene Stadt Santarém, die ebenfalls noch zum Bundesstaat Pará gehört und 710 km weiter westlich von Belém an der Mündung des Rio Tapajós in den Amazonasstrom liegt, haben wir bereits beschrieben. Von Belém aus kommt man entweder per Flugzeug oder per Boot den Amazonas hinauf, in mehr oder weniger Zeit, dorthin. Also wollen wir an dieser Stelle nur noch einige Lücken füllen, die von besonderem touristischem Interesse sind. Zum Beispiel:

Alter-do-Chão – Amazoniens Karibik

Sie wurde ebenfalls bereits beschrieben. Der kleine Ort am kristallklaren Rio Tapajós, umgeben vom Amazonas-Regenwald hat sich dank seiner einzigartigen idyllischen Lage, seiner sommerlichen Strände mit feinem, weissen Sand, seiner ganz speziellen Fauna, wie zum Beispiel der rosa Delfine, die mit den Menschen kommunizieren, und nicht zuletzt durch eine gut angelegte Marketingkampagne, zu einem nationalen und inzwischen auch internationalen Urlaubsziel gemausert und empfängt allein um die 30 Transatlantik-Liner pro Saison. Anfangs erfreuten sich die Besucher an den Naturschönheiten, führten aber selbst ihr Trinkwasser vom Schiff mit sich – Schritt um Schritt stellten sich die Bewohner auf das Interesse der ausländischen Besucher ein, und heute bieten sie einen Service guter Qualität im Empfang, Unterkunft, Restauration und ihrem Kunsthandwerk an.

Besucher werden von bestimmten Personen der Kommune herzlich empfangen, sie sind ganz in Weiss gekleidet – sie nehmen ihre Gäste mit zu einem Fischzug, um ihnen dann direkt am Flussstrand “Tambaquis“, zum Beispiel, auf dem Grill zuzubereiten, die nur mit Salz gewürzt sind. Man isst den gegrillten Fisch mit Farinha (Maniok) gemeinsam und mit den Fingern nach lokaler Sitte – dann präsentieren die Fischer ihren Gästen im Schein der Fackeln ihren rituellen Tanz “Sairé“ vor dem Schlafengehen.

Die prähistorischen Vorfahren

Nach der nordamerikanischen Archäologin Anna Roosevelt haben die ältesten Bewohner Amerikas im Munizip Monte Alegre (Bundesstaat Pará) vor mehr als 11 Millionen Jahren gelebt. Ihre Forschungen demonstrieren, dass im Verlauf von vier Jahrhunderten – zwischen 11.200 und 9.800 Jahren – sich die Bewohner der Gebirge “Serra de Ererê“ und “Serra Paytuna“ von der Jagd, dem Fischfang und dem Sammeln von Früchten und Wurzeln ernährt haben. Als geschickte Zeichner und Maler hinterliessen sie an den Wänden ihrer Wohnhöhlen die Beweise einer höheren prähistorischen Intelligenz, indem sie die verschiedensten Aspekte ihres täglichen Lebens aufzeichneten.

Im “Parque Estadual de Monte Alegre”, bekannter als “Serra da Lua” (Mondgebirge), findet man viele Beweise jener antiken menschlichen Besetzung Amazoniens, an einem Ort von touristischem und anthropologischem Interesse – oder einfach nur für Naturliebhaber. Hier befinden sich ganze Höhlengruppen, dekoriert mit den besagten Höhlenzeichnungen, innerhalb einer felsigen Umgebung und savannenartiger Vegetation.

Die Region Araguaia-Tocantins

Flüsse, Wälder, Tiere, reiche Mineralienvorkommen und üppige Vegetation erwarten den Besucher im Süden des Bundesstaates Pará in einzigartiger Naturschönheit. Dieses Gebiet bedeckt aussergewöhnliche Mineralien-Lager, welche den Staat Pará an die Weltspitze der Eisen-, Gold-, Bauxit- und Mangan-Exporteure gebracht hat. Und dieser Reichtum hat der Region grosse Projekte eingebracht, mit denen sie entwickelt werden soll.

Im Munizip von Tucuruí befindet sich das grösste, exklusiv nationale Wasserkraftwerk Brasiliens. Das Energiepotenzial, welches sich im ganzen Bundesstaat inzwischen multipliziert hat, lockt neue Investoren an – und Besucher ebenfalls. Die Strände des Rio Tocantins werden von Tausenden Touristen besucht, und der Stausee des Kraftwerks ist zu einem Paradies der Sportangler geworden. Derselbe Süden von Pará beherbergt auch das grösste Mineralienvorkommen unseres Planeten, das “Projekt Carajás“ – mit einem Ökopark.

Marabá, eine der bedeutendsten Städte im Süden von Pará, bietet entsprechende Konditionen für den Touristen, um alle vier Himmelsrichtungen des Bundesstaates zu erleben. Besonders attraktiv ist dieser Teil Amazoniens während der Jahreszeit, in der die Flüsse ihren höchsten Wasserstand erreicht haben.