Tourismus Santarém

Veröffentlicht am 8. Dezember 2011 - 10:21h

Einmal im brasilianischen Amazonasgebiet, gilt die Aufmerksamkeit vor allem den dortigen Naturschönheiten. Und gerade in Santarém am mächtigen Amazonas-Strom locken zahlreiche Attraktionen: Inseln, Seen und Lagunen, Fluss-Strände und Aussichtspunkte – nichts davon sollte auf einer Tour unbeachtet bleiben.

Die Inseln

Ilha de Água Preta

Sie befindet sich im Norden von Santarém – etwa 27 km Luftlinie. Man erreicht sie auf dem Wasserweg, auf dem Amazonas, nach etwa 3 Stunden Fahrt im Motorboot, während der Regenperiode. In der Trockenzeit kann man per Boot bis zum Dorf “Vila de Aritapera“ kommen, anschliessend per Landweg bis nach “Vila de Água Preta“, nahe der Insel gleichen Namens. Während der trockenen Zeit kann man besonders viele Vögel beobachten, wie zum Beispiel Garças (Familie Ardeidae), Socós (Familie Tigrisoma) Wasserhühner (Jacana jacana) und Papageien (Amazona sp.), ausserdem viele Schildkröten (Popocnemis sexiuperculata) und Tracajás (Popocnemis unifilis).

Weitere Attraktionen der Insel – sowohl in der Regen- wie in der Trockenzeit – sind die Kaimane (Familie Aligatoridae) und die vielen Affenarten (Familie Cebidae). Die grössten Nager der Erde, die Capivaras (Hidrochaeris hidrochaeris), sind auch hier sehr zahlreich.

Ilha de São Miguel

Sie liegt ebenfalls im Norden von Santarém, etwa 42 km entfernt, man erreicht sie per Motorboot in 4 Stunden auf dem Amazonas. Diese Insel ist von besonderer Bedeutung, weil sie den Schildkröten zur Eiablage dient. Spezies, welche die Strände der Insel für ihr Gelege benutzen, sind: die Amazonasschildkröte (Popocnemis expansa), die Tracajá (Popocnemis unifilis) und die Pitiú (Popocnemis sexiuperculata). Die Insel São Miguel gehört zu den bedeutendsten Eiablageplätzen der Schildkröten in Zentral-Amazonien. Eine weitere Attraktion dieser Insel sind die vielen dort nistenden Vögel.

Seen und Lagunen

Lago do Tapari

Dieser See befindet sich am rechten Ufer des Rio Tapajós, in der Nähe des so genannten Strandes “Ponta de Pedras“. Die Entfernung vom Stadtzentrum Santarém bis zur Piste, die zum See führt, beträgt 23 km auf den Strassen Fernando Guilhon und Everaldo Martins, beide sind asphaltiert. Die anschliessende Piste zum See ist eine Erdstrasse von 12 km. Man kann aber auch per Boot auf dem Rio Tapajós hinkommen. Der Tapari-See ist von grossartiger landschaftlicher Schönheit, mit einem Strand feinen, weissen Sandes und kristallklarem Wasser davor.

Lago Grande do Curuai

Dieser See befindet sich nordwestlich der Stadt, er ist immens gross und tangiert drei verschiedene Munizipien. Die Entfernung vom Stadtzentrum beträgt zirka 60 km und kann per Motorboot auf dem Amazonas in 3 Stunden zurückgelegt werden. Der See präsentiert Várzea-Abschnitte, ist sehr fischreich und hat eine besonders üppige Fauna und Flora – ausserdem Gebiete mit Terra firme auf der sich Cerrado-Abschnitte finden. Viele Kommunen befinden sich an seinen Ufern, deren Mitglieder sich als Kunsthandwerker mit Artefakten aus Palmstroh und Holz hervortun.

Aussichtspunkte und Trails

Praça Mirante do Tapajós

Das antike Fort “Fortaleza de Tapajós” befindet sich im Zentrum der Stadt Santarém. Seine Anlage wurde im Jahr 1693 von dem Portugiesen Francisco da Costa Galvão begonnen – und nach dessen Tod unter dem Kommando seines Sohnes Manoel da Mota Siquera weitergeführt – um im Jahr 1697 eingeweiht zu werden, obwohl sie noch nicht ganz fertig war. Nach zahlreichen Restaurationen machte man 1867 den letzten Versuch, das Fort zu retten – die imperiale Regierung schickte zu diesem Anlass sechs Artilleriekanonen – Kaliber 6 – um sie im Fort zu installieren. Weil aber die Arbeiten nie vollendet wurden, verblieben die Kanonen fast ein ganzes Jahrhundert am Rand der heutigen Rua Galdino Veloso.

Heute stehen zwei davon auf dem Platz “Praça do Centenário“, zwei andere auf dem Airport und die letzten zwei im Hof der SUDAM. Und vom Fort ist inzwischen rein gar nichts mehr zu sehen – jedoch ist der Platz selbst, wo es einst stand, von historischer Bedeutung für das Munizip, und man hat von diesem erhöhten Standpunkt aus einen privilegierten Blick auf die Mündung des Rio Tapajós in den Amazonas. Am selben Platz befindet sich auch das “Colégio Frei Ambrósio“, die älteste Schule der Stadt, gegründet am 03. Mai 1900.

Serra de Piquiatuba

Eine Hügelkette von 157 Metern Höhe befindet sich im Süden der Stadt und bildet eine physische Grenze zwischen der urbanen Zone und der des Hochplateaus. Oben hat sich das “8. Ingenieurs- und Konstruktions-Bataillon des Brasilianischen Heeres“ installiert. Die Zufahrt über die BR-163 (dieselbe Strasse, die Santarém mit Cuiabá (Mato Grosso) verbindet), asphaltiert und signalisiert. Vom Aussichtspunkt oben hat man einen schönen Blick auf Santarém.

Flussstrände

Alter do Chão

Der kleine Ort wurde am 06. März 1626 von dem Portugiesen Pedro Texeira gegründet – dann in den Status einer “Vila“ durch Francisco Xavier de Mendonça Furtado am 06. März 1758 erhoben. Er liegt am rechten Ufer des Rio Tapajós, von Santarém etwa 30 km entfernt – wenn man die asphaltierte Strasse PA-457 benutzt. Auf dem Wasserweg (Rio Tapajós) dauert die Fahrt zirka 3 Stunden.

In “Alter do Chão” gibt es wunderschöne Flussstrände mit weissem Sand, umspült von dem transparenten Wasser des Rio Tapajós. Die Schönheit der Landschaft wird ergänzt von dem legendären “Lago Verde“ (dem Grünen See), den die Einheimischen auch “Lago dos Muiraquitãs“ nennen.

Das Dorf bietet aber nicht nur solche Naturschönheiten, sondern auch das traditionelle Fest “Festa do Sairé“, bekannt für seine interessante Mischung aus religiösen und profanen Elementen, mit grosser Beteiligung der Einwohner.

In und um den Ort gibt es ausserdem viele ökologische Trails und Flussabschnitte, an denen man die Delfine beobachten kann – und die Bewohner fertigen ein interessantes Kunsthandwerk.

Zur Aufnahme von Besuchern verfügt der Ort über eine bescheidene touristische Infrastruktur: Telefonposten, Medizinische Versorgung, Pousadas, Restaurants und Kunsthandwerks-Shops. Wegen seiner pekuniären Charakteristika und seinen besonderen Naturschönheiten empfängt Alter do Chão inzwischen eine bedeutende Zahl an Touristen – auch Kreuzfahrer, deren Schiffe von Belém aus den Amazonas hinauf fahren.

Praia de Arariá

Diesen Naturstrand nordwestlich der Stadt und in der Nähe des Flugplatzes, erreicht man nur auf dem Wasserweg. Er liegt am Rio Tapajós und hat keinerlei Infrastruktur für die Besucher.

Praia de Maracanã

Zirka 6 Kilometer auf dem Landweg befindet sich dieser Flussstrand – einer der nächstgelegenen, die Strasse ist asphaltiert und beschildert. Man kann ihn allerdings auch auf dem Wasserweg anfahren. In diesem Fall gibt es auch Kioske, die ihren Besuchern Mahlzeiten servieren.

Praia Pajuçara

Diesen Strand kann man ebenfalls auf dem Landweg über die Strasse “Rodovia Fernando Guilhon“ erreichen – vorbei an privaten Grundstücken, die aber kein Hindernis bedeuten – wer möchte, kann auch den Wasserweg nehmen.

Ponta de Pedras

Die Entfernung von Santarém bis zu diesem Strand auf dem Landweg beträgt etwa 23 km – dazu benutzt man die beiden Strassen (Rodovias) Fernando Guilhon und Everaldo Martins – beide sind asphaltiert. Anschliessend eine 12 km lange Erdstrasse bis zum Strand. Auf dem Wasserweg (Rio Tapajós) kommt man vielleicht bequemer hin, aber es dauert ein bisschen länger.

Dieser Strand “Ponta de Pedras“ (Steinerne Spitze) präsentiert sich dem Besucher in einmaliger Naturschönheit – mit interessanten Felsenformationen und umgeben von tropischer Vegetation. Und es gibt hier auch ein paar Kioske, die Getränke und auch etwas zu essen anbieten.