Guaraná-Festival in Amazonien

Veröffentlicht am 27. Dezember 2011 - 21:13h

Eine Königin, Legenden und indigene Mythen

Das 32. Guaraná-Festival (das Festival findet jedes Jahr im Oktober in Maués statt) – einer Stadt, die 267 km von Manaus entfernt ist – am Strand “Praia de Maresia“, präsentierte den lokalen Bewohnern und angereisten Touristen die Legenden und die Kultur rund um die Frucht, welche die bedeutendste Einnahmequelle dieser Insel im Bundesstaat Amazonas darstellt. Höhepunkt des ersten der drei Festtage, war die Kür der Guaraná-Königin und die Wahl der schönsten Volkstracht unter 10 Teilnehmern. Suelen Lopes da Fonseca, die den Stadtteil “Senador José Esteves“ aus Maués repräsentierte, wurde neue Guaraná-Königin. Die Amazonierin, sie ist Journalistin, empfing die Krone aufgelöst in Glückstränen, und widmete ihre Prämie der Mutter, die schon tot ist. “Ich bin sehr gerührt und stolz. Ich wünschte, dass meine Mutter hier wäre, aber sie schaut sicher von dort oben zu“, stammelte sie unter Tränen.

Marivone Ferreira Batista, die den ländlichen Teil der Stadt repräsentierte, gewann den Wettbewerb der typischen Volkstrachten. Sie erschien in einem Kostüm, das sie über ihrem Kopf öffnen und schliessen konnte – es besass Form und Farben der Guaraná-Frucht. Das Mädchen entzückte die Jury.

Für die Konfektion jener Trachten, die stets eine Referenz auf die Guaraná-Frucht darstellen, kommen Blätter, Früchte, Stroh, Fischschuppen, Lianen, Federn und andere Materialien zur Anwendung. Der Preis für den Schöpfer des Kostüms beträgt 1.000,00 Reais und für das präsentierende Model 500,00 R$.

Das Fest

Die Produzenten der Guaraná versammeln sich jedes Jahr im Oktober, um die Ernte dieser Früchte zu feiern und die verschiedenen Verbrauchsformen der Frucht zu demonstrieren. Und auch die Kultur der Bewohner hat bei diesem Event ihren festen Platz – die meisten haben indigene Vorfahren. Unter den verschiedenen Aktivitäten gibt man auch eine Theaterfassung der Guaraná-Legende zum Besten.

Maués empfängt dann Besucher aus Manaus und anderen Bundesstaaten – dies ist eins ihrer bedeutendsten Feste. Viele Boote liegen am Strand vor Anker, während sich ihre Besitzer bei den Shows, Volkstänzen und typischem Essen und Trinken vergnügen. Der Event wird von der örtlichen Präfektur organisiert und vom Unternehmen “Guaraná Antárctica“ gesponsert – es werden etwa 5 Millionen Reais umgesetzt – nach Auskunft des Präfekten von Maués. “Wir machen uns drei Monate Arbeit mit den Vorbereitungen für dieses Fest, das die Produzenten der Frucht versammelt und die Produktion unserer Einnahmequelle Nummer Eins promoviert“, sagt er.

Die Bewohner des Städtchens Maués leben praktisch alle von dieser Produktion. Es sind 52.000 Einwohner, die Mehrheit von ihnen lebt im ländlichen Teil des Munizips von den Einnahmen der Guaraná. “Zwischen November und Januar bringt diese Produktion dem Munizip zirka 7 Millionen Reais ein“, gibt der Präfekt Auskunft.

Die Legende der Guraná

Um die Geburt dieser kleinen Frucht ranken sich viele fantastische Geschichten. Eine davon erzählt von einer grossen Liebe zwischen zwei Indios – Cereçaporanga, vom Volk der Mawés, und einem jungen Mann vom Volk der Mundurucu. Die beiden Völker waren Rivalen – sich extrem feindlich gesinnt – also flüchteten die Beiden und wurden verfolgt. Verzweifelt umarmten sie sich und baten den Himmel um Beistand. Der Gott Tupã schleuderte einen Blitz auf das Liebespaar – und die Verfolger dachten, dass er sie getötet hätte. Stattdessen nahm Tupã sie zu sich in den Himmel, wo sie einander lieben durften – und wo der Blitz eingeschlagen hatte, liess Tupã eine Pflanze wachsen, deren Früchte aussahen wie die verliebten Augen der Indianerin – die Guaraná. Die Frucht ist bekannt als Quelle der Energie und Vitalität.

Erlebenswert

Das Fest dauert 4. Tage und bietet verschiedene Shows. Man schätzt das Publikum auf 20.000 Besucher pro Tag. Um diese Stadt im Regenwald zu erreichen, muss man ein Boot chartern. Insgesamt braucht man damit zirka 15 Stunden Flussfahrt von Manaus aus – dabei benutzt man die Flüsse Ponta Negra, Amazonas und Maués – die Natur ringsum lohnt die lange Anfahrt!

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