Sairé-Folklore-Festival

Veröffentlicht am 2. Dezember 2011 - 14:32h

Das Sairé-Folklore-Festival gehört zu den grössten Volksfesten Amazoniens und findet jedes Jahr im September statt. Seit 300 Jahren wird dieses Fest von der Kommune “Alter do Chão“ in Santarém (Bundesstaat Pará) promoviert – und inzwischen scheint der Event Anhänger in den verschiedensten Regionen des Landes zu bekommen. Zum Festprogramm gehören u.a. die Aufstellung von riesigen, mit bunten Bändern geschmückten Masten, eine Prozession, verschiedene folkloristische Darbietungen und Musik-Shows.

Der eigentliche “Sairé“ ist ein Halbrund aus Holz, mit dem an die biblische Geschichte der Sintflut erinnert wird: Der hölzerne Bogen stellt die Arche Noa dar, Spiegel das Tageslicht, Süssigkeiten und Früchte stehen für den Überfluss an Nahrungsmitteln in der Arche, Baumwolle und Tamborin imitieren den Schaum und das Geräusch der Wellen während der vierzig Tage lang dauernden Überflutung der Erde. Drei Halbkreise symbolisieren die Dreifaltigkeit. Man schreibt die Idee des “Sairé“ den Jesuiten zu, die sich dieses Symbols zur Cathequese der Indianer bedient haben sollen.

Die Promovierung touristischer Aktivitäten in “Alter do Chão“ trug dazu bei, dieses traditionelle Fest in den 70er Jahren wieder aufleben zu lassen – es war 1943 aus Gründen religiöser Zwistigkeiten eingestellt worden.

Bis vor einigen Jahren fand dann der “Sairé“ jedes Jahr während der zweiten Juliwoche statt – getrennt von den Feiern zu Ehren des Schutzheiligen des Ortes, im Januar. Seit 1997 hat man dann das Datum noch einmal geändert – statt im Juli hat man es auf September verlegt, wegen des heissen Sommers in Amazonien. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Festes ist gross, denn zusammen mit der herrlichen Naturlandschaft ringsum, hat man nun eine touristische Attraktion geschaffen, die sich als Einnahmequelle für den Ort und auch für die Stadt Santarém erweist, denn während des Events zirkulieren zirka 150.000 Personen in dem kleinen Ort.

Die Kommune “Alter do Chão“, in der das Sairé-Fest stattfindet, wird vom Tapajós-Strom umspült – europäische Medien haben sie als den Ort mit dem schönsten Flussstrand Brasiliens beschrieben.