Geschichte Roraima

Veröffentlicht am 25. November 2011 - 14:17h

Auf dem Rio Branco – bedeutendster Fluss des Bundesstaates Roraima – kamen die ersten portugiesischen Siedler mit ihren Booten an, aber sie wurden kontinuierlich von Engländern und Holländern angegriffen, die im Tal des Rio Branco versuchten, Indianersklaven einzufangen – sie kamen über die Guyana-Grenzen herüber. Auch Spanier versuchten über die venezuelanische Grenze den Norden des Territoriums Rio Branco und des Rio Uraricoera zu invadieren. Die Portugiesen schlugen die Eindringlinge vernichtend und stabilisierten ihre Kontrolle über dieses Gebiet mit der Errichtung des Forts São Joaquim (1775) am Zusammenfluss des Uraricoera und des Tacutu – ein entscheidender Schritt zur Sicherung von Rio Branco.

Danach schritten die Portugiesen zur Besiedelung des Gebietes, indem sie Dörfer mit den Indianern der Region selbst gründeten. So zum Beispiel: Senhora da Conceição und Santo Antônio (am Rio Uraricoera), São Felipe (am Rio Tacutu) und Nossa Senhora do Carmo und Santa Bárbara (am Rio Branco). Jedoch die Indianer akzeptierten die Bedingungen nicht, denen sie durch die portugiesische Oberherrschaft unterworfen waren. Und so entwickelten sich diese Orte nicht.

1789 machte der Kommandant Manuel da Gama Lobo D’Almada den Versuch, die Präsenz des “zivilisierten Menschen“ auf den Naturweiden von Rio Branco zu garantieren, indem er dort Rinder und Pferde einführte. Anfangs auf der Fazenda São Bento, am Rio Uraricoera, dann auf der Fazenda São José am Rio Tacutu und auf der Fazenda São Marcos. Letztere existiert noch heute, gehört aber den Indianern und befindet sich vor der Stelle, an der einst das Fort São Joaquim gestanden hat.

Die Engländer zu jener Zeit machten den Portugiesen am meisten zu schaffen. Zwischen 1810 und 1811 drangen englische Militärs in dieses gebiet ein, wurden aber vom Kommandanten des Forts São Joaquim erfolgreich abgewehrt. Ausgelöst durch die zahlreichen englischen Invasionen entschloss man sich, eine definitive Grenze zwischen Brasilien und Britisch Guyana zu demarkieren.