Abholzung im südamerikanischen Amazonien schreitet seit zehn Jahren voran

Veröffentlicht am 25. April 2013 - 19:28h unter Aktuelles aus Brasilien, News zu Abholzung & Co.

waldbrand2Zwischen 2000 und 2010 verlor das kontinentale Amazonien ein Gesamt von 240.000 Quadratkilometern Regenwald durch Abholzung, vergleichbar mit der Grösse Englands – so die von der “Rede Amazônica de Informação Socioambiental Georreferenciadas“ (RAISG) zusammengestellten Daten, herausgegeben von 11 NGOs.

Das ist als ob im Lauf von elf Jahren eine Fläche sechsmal so gross wie der Bundesstaat Rio de Janeiro von der Landkarte verschwunden wäre. Die Zahlen erscheinen in dem Dokument “Amazônia sob pressão“ (Amazonien unter Druck), das Informationen über die Degradierung des Bioms gesammelt hat, die im Verlauf des letzten Jahrzehnts in der von Amazonien vereinnahmten Region stattgefunden hat.

In jener Periode war Brasilien für die grösste Degradierung verantwortlich (80,4%), gefolgt von Peru (6,2%) und Kolumbien (5%). Diese Menge verhält sich proportional zu der zu Brasilien gehörigen Regenwaldfläche (ein Anteil von 64,3% am Territorium Amazoniens).

In den letzten Jahren hat das Umwelt-Ministerium dann eine Verringerung der Degradierung im Legalen Amazonien (Amazonien der neun Staaten) bekanntgegeben. Ende November vergangenen Jahres 2012 verbreitete die brasilianische Regierung, dass die Waldzerstörung den geringsten Index erreicht habe seit Anfang der Messungen des Jahres 1988.

In Übereinstimmung mit Daten aus dem Prodes-System (Projeto de Monitoramento do Desflorestamento na Amazônia Legal), wurde zwischen August 2011 und Juli 2012 eine Fläche von 4.656 Quadratkilometern entwaldet – das entspricht etwa dreimal der Grösse der Metropole São Paulo! Dieser Index ist um 27% geringer als die registrierte Zerstörung zwischen August 2010 und Juli 2011 (6.418 km²).

Bedrohung und Druck

Über den menschlichen Einfluss auf den Amazonas-Regenwald bestätigt das von den NGOs verbreitete Dokument, dass sämtliche hydrografische Becken des Bioms durch die eine oder andere Art von Bedrohung oder Druck infiziert sind – durch den Bau von Strassen, Ausbeutung von Erdöl und Gas, Bau von Wasserkraftwerken, Implantierung von Mineralien-Förderung, Abholzung und Rodung durch Feuer.

Was den Strassenbau betrifft, so sagt das Dokument aus, dass die Pläne zur Verbindung des Atlantischen und des Pazifischen Ozeans den Druck auf Amazonien erhöhen, und dass Peru und Bolivien die Länder sind, die die grösste Anzahl Strassen durch den Regenwald gebaut haben.

Der Bericht hebt auch hervor, dass in ganz Amazonien 171 Wasserkraftwerke existieren – schon in Funktion oder noch im Bau – ausserdem sind 246 solcher Projekte in der Einleitungsphase. Was die Mineralienförderung betrifft, so summieren sich die Interessen-Zonen auf 1,6 Millionen Quadratkilometer (21% des Amazonien-Territoriums), speziell in Guyana. Hinsichtlich der Ausbeutung von Erdöl und Erdgas werden gegenwärtig 81 Bohrplätze genutzt, aber es gibt weitere 246, die das Interesse der Erdöl-Industrie auf sich gezogen haben.

Was die Waldbrände betrifft, sagt der Bericht, dass sich im Südwesten Amazoniens – zwischen Brasilien und Bolivien – die grösste Anzahl an Feuern konzentriert – das hat dieser Region den Namen “Bogen der Entwaldung“ eingebracht. Dieser territoriale Streifen erstreckt sich von Rondônia über Mato Grosso bis nach Pará.