Cabo Orange Nationalpark

Veröffentlicht am 28. Dezember 2011 - 10:45h

Der Cabo Orange Nationalpark ist der am weitesten nördlich gelegenste Nationalpark Brasiliens – seine verschiedenen Ökosysteme erstrecken sich weit über die brasilianische Grenze nach Französisch Guyana hinüber. Diese Einheit wurde am 15. Juli 1980 von der brasilianischen Regierung ins Leben gerufen, um dort eine Anzahl unterschiedlicher Ökosysteme zu erhalten, die sich rund um die Mündung des Rio Oiapoque und an der Nordküste Brasiliens befinden – im Bundesstaat Amapá.

An der Mündung des Rio Oiapoque gelegen, erfasst der Parque Nacional do Cabo Orange auch Ländereien der Munizipien Calçoene und Oiapoque. Es war die erste Naturschutzeinheit der Landesregierung in Amapá, einem Bundesstaat, der heute 55% seines Territoriums durch Naturparks, Reservate und Indianer-Territorien (ITs) geschützt hat. Der Park am “Cap d’Orange“ hat Grenzen zu Französisch Guyana im Norden, die ITs Uaçá und Juminã und, auf einem kleinen Streifen, das “Projeto de Assentamento de Vila Velha“, im Westen, und den Atlantischen Ozean im Osten.

Fauna

Das ist zum Beispiel der Fall beim “Guará“ (Endocimus ruber), dem “Colhereiro“ (Platalea ajaja Linnaeus) und dem Flamingo (Phoenicopterus ruber), der “Tartaruga-verde” (Chelonia mydas), der Tartaruga-de-couro (Dermochelys coriacea) und Säugetieren wie dem “Peixe-boi marinho“ (Trichechus manatus), dem “Peixe-boi amazônico“ (Trichechus inunguis), der “Onça pintada“ (Panthera onca), der Suçuarana (Puma concolor) und dem Veado-campeiro (Ozotocerus bezoarcticus). Deshalb gehört die Tierbeobachtung in diesem Nationalpark zu den grössten Attraktionen – besonders die der Vögel.

Flora

Aber dieser Park hat auch eine sehr breit gefächerte Flora zu bieten, innerhalb derer so interessante Spezies wie die “Siriúba“ (Avecennia nitida), der “Periquiteiro“ (Cochlospermum insigne), die “Buriti“ (Mauritia flexuosa), der “Andiroba“ (Carapa guianensis) und der “Açaí“ (Euterpe oleracea) zu entdecken sind. Riesige Bäume, wie der “Maçaranduba” (Manilkara huberi), die “Acariquaras (Minquartia guianensis) und die “Quarubas (Qualea sp) geben dem Park ein besonderes Gepräge.

Sehenswürdigkeiten

Seine 619.000 Hektar schützen Landschaften, welche sich durch den Kontakt amazonensischer Ökosysteme mit den Strömungen des Atlatischen Ozeans gebildet haben. Das sind Mangrovewälder, überflutete “Campos“, “Campos limpos“ durchbrochen von Buriti-Palmengruppen, “Cerrados“, überflutete Wälder (die man auch als “Várzeas“ bezeichnet), “Terra-firme“-Wald und marine Ökosysteme. Er ist sowohl ein kontinentaler als auch ein mariner Park – 200.000 Hektar davon befinden sich im Meer.

Weil sich das Parkgelände direkt vor dem Atlantischen Ozean befindet, werden von ihm auch 200 Kilometer der bedeutendsten und empfindlichsten aller Ökosysteme geschüzt – die Mangroven, in denen sich die “Kinderstuben“ verschiedener Krustentiere und Fische befinden. Ihr aussergewöhnlich guter Konservierungszustand garantiert eine sichere Zuflucht und reichlich Nahrung für viele hier brütende Wandervogelarten, für Reptilien und Säugetiere, von denen viele in anderen Teilen Amazoniens und dem übrigen Brasilien vom Aussterben bedroht sind, wegen der Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes.

Lage

Das Territorium, auf dem sich dieser Nationalpark erstreckt, war einstmals von verschiedenen indigenen Völkern bewohnt und danach im Lauf der Jahrhunderte von Portugiesen, Franzosen, Engländern und Holländern umkämpft worden. Die materiellen und kulturellen Remineszenzen jener Region sind an vielen Stellen im Nationalpark präsent. Auch der Name “Kap Orange“, der am extremen Norden Brasiliens immer noch haftet, stammt von einem geografischen Irrtum, den einst ein Holländer beging, der die Landspitze seiner Nationalfarbe zuliebe so nannte.

Fläche

619.000 Hektar

Mittlere Jahrestemperatur

Zwischen 23° bis 26°C

Infrastruktur

Es gibt noch keine Infrastruktur für Besucher.