Neue Einrichtung soll Amazonas-Regenwald besser gegen Abholzung schützen

Veröffentlicht am 14. April 2015 - 17:41h unter Aktuelles aus Brasilien, News zu Abholzung & Co.

abholzung_nordenDie brasilianische Regierung will stärker gegen die illegale Abholzung im Amazonas-Regenwald vorgehen. Gegründet werden soll dazu eine Gesellschaft für Umweltdienste, die auf Nationale Sicherheitskräfte zurückgreifen soll. Vorgesehen ist dafür eine Investition in Höhe von umgerechnet etwa zehn Millionen Euro, die von der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES über den Fundo da Amazônia finanziert werden.

Auch wenn nach offiziellen Angaben die Kahlschlagsrate zwischen August 2013 und Juli 2014 im Vergleich zum vorhergehenden Untersuchungszeitruam um 18 Prozent gesunken ist, gibt es längst keinen Grund zur Entwarnung. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Nach den vorläufigen Auswertungen der Satellitenbilder hat die Abholzung ab Mitte 2014 jedoch wieder stark zugenommen.

Von der neuen Einrichtung erhofft sich Umweltministerin Izabela Teixeira nun ein effektiveres Vorgehen gegen die illegalen Machenschaften der Holzmafia. Geplant ist, 200 Männer der Nationalen Sicherheitsgarde permanent an strategisch wichtigen Punkten des Amazonas-Regenwaldes zu stationieren. Sie sollen in dem gigantischen Gebiet Kontrollen und spezielle Operationen durchführen.

Das Vorhaben ist Teil des 2004 eingeführten Aktionsplanes gegen die Abholzung im Amazonasgebiet, an dem 14 der 39 Ministerien Brasiliens beteiligt sind, unter anderem das Justizministerium. Mit diesem hat das Umweltministerium bereits ein Abkommen zur Gründung und Ausstattung der neuen Gesellschaft unterzeichnet.

Immerhin konnte die Kahlschlagsrate seit 2004 um 80 Prozent verringert werden. Nach Angaben des Justizministeriums hat die bisher eingesetzte Nationale Sicherheitsgarde zwischen 2008 und 2014 etwa 1.200 Sägewerke unter die Lupe genommen und über eine Millionen Kubikmeter wertvolles Regenwaldholz sichergestellt. Darüber hinaus wurden 300 Motorsägen und 200 Traktoren beschlagnahmt.

Von der neuen Einrichtung erhofft sich Teixeira ein noch intensiveres Vorgehen gegen den Kahlschlag und den illegalen Holzhandel. Nach ihren Aussagen soll die Força National mit speziellen Geräten, Booten und Apparaten besser als bisher ausgestattet werden, um ein schärferes Vorgehen zu ermöglichen.

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