Correa bekräftigt Forderung nach Ausgleichszahlungen für Naturschutz

Veröffentlicht am 21. Juni 2012 - 14:26h unter Aktuelles aus Ecuador, News zu Abholzung & Co.

Ecuadors Staatspräsident Rafael Correa hat im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitskonferenz in Rio de Janeiro (Rio+20) seine Forderungen nach internationalen Ausgleichszahlungen bekräftigt, um die Erdöl-Exploration im Yasuni-Nationalpark einzustellen.

Correa stellte das umstrittene Projekt in einer Sitzung vor, an der auch die chilenische Ex-Präsidentin und derzeitige Leiterin der UN-Frauen-Organisation, Michelle Bachelet, sowie die Leiterin der UN-Entwicklungsprogrammes UNDP, Helen Clark, teilnahmen.

„Ecuador akzeptiert seine Verantwortung, diesen Planten unseren Kinder und deren Kindern zu hinterlassen. Wir erwarten daher von der internationalen Gemeinschaft eine Kompensation für nicht entstehenden Emissionen“, so Correa.

Die Initiative der kleinen südamerikanischen Landes wurde 2007 ins Leben gerufen und verspricht ein Gebiet von rund 900.000 Hektaren in der Amazonasregion des Landes nicht auszubeuten. Dort werden derzeit 846 Millionen Barrel Öl vermutet, rund 20 Prozent der nationalen Reserven. Im Falle einer Förderung könnte Ecuador mit Einnahmen von rund 14 Milliarden US-Dollar rechnen.

Der Staat zwischen Kolumbien und Peru will daher den internationalen Forderung nach Umweltschutz nur nachkommen, wenn es entsprechend für die Einnahmeausfälle von der internationalen Gemeinschaft ersetzt bekommt. Die notwendigen Gelder sollen hierbei die Industriestaaten in einen Umweltschutz-Fond einzahlen, die Verwaltung der Ausgleichszahlungen obliegt dann den Vereinten Nationen.

Vor allem aus der nördlichen Hemisphäre wurde deutliche Kritik an den Vorschlag laut. „Machen Sie keinen Fehler. Wir alle haben eine Verantwortung für unseren Planeten zu kümmern. Einige Minister aus anderen Ländern sehen es als Erpressung. Sie haben nichts verstanden“ so Correa.

Noch in der Sitzung unterzeichneten die ecuadorianische Regierung eine Vereinbarung mit den Behörden der belgischen Region Wallonien. Die Provinz hat die Zahlung von 1,2 Mio. Euro für den Fonds zugesichert.

Grundsätzlich positiv stehen auch Michelle Bachelet und Helen Clark dem Yasuni-Projekt gegenüber. Während die Leiterin der UN Women es als „unterstützenswert“ bezeichnete, sieht die Leiterin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen darin ein „innovatives Modell“ für den Umweltschutz.

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