Ölausbeutung im Yasuni-Nationalpark immer wahrscheinlicher

Veröffentlicht am 9. Mai 2014 - 13:14h unter Aktuelles aus Ecuador

yasuniGeht es nach dem Willen der Regierung Ecuadors, soll in einem der artenreichsten Gebiete der Welt Öl gefördert werden. Eine Unterschriftensammlung für ein Referendum gegen das Vorhaben mitten im Amazonasregenwald, im Nationalpark Yasuni, wurde abgelehnt, da sie nach offiziellen Angaben die Mindestanzahl an Unterstützern verfehlt hat.

Seit Jahren kämpfen Umweltschützer, Menschenrechtler und Politiker gegen die Absicht des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa in dem Schutzgebiet das Öl auszubeuten. Correa versprach, mit dem Einkommen aus den Ölfeldern Ishpingo, Tambococha und Tiputini die Armut im Land zu verringern. Zunächst hatte er eingeräumt, auf die Ausbeutung der mutmaßlichen Ölfelder zu verzichten, sollte sich die Weltgemeinschaft dazu bereit erklären, die Hälfte der zu erwartenden Gewinne zu bezahlen. Nach einem Jahr scheiterten die Verhandlungen dazu jedoch.

Mittlerweile rücken die Ölfirmen immer näher. Ob es die Initiative Yasunidos und Gegner der Ölausbeutung dennoch schaffen werden, sie aufzuhalten ist offen. Ihr jüngster Versuch dzu schlug fehl. Sie hatten 850.000 Unterschriften gesammelt, um ein Referendum zu erwirken. Notwendig gewesen wären 583.323 Unterschriften, fünf Prozent der Wahlberechtigten. Allerdings wurden lediglich knapp 360.000 Unterschriften offiziell anerkannt und das Referendum somit abgelehnt.

Zur Begründung hieß es, dass Namen nicht im Nationalen Wahlregister verzeichnet gewesen seien, einige bis zu neunmal unterschrieben, fiktive Namen angegeben hätten oder Minderjährige gewesen seien. Abgelehnt wurden jedoch ebenso Unterschriften für die blaue statt schwarze Tinte verwendet wurde, deren Identitätsnummer nicht exakt in dem dafür vorgeschriebenen Bereich gestanden hätten oder die auf Papier geleistet wurde, das zu dünn war.

Nach der Ablehnung des Referendums gingen in ganz Ecuador Menschen auf die Straßen und warfen der Regierung Manipulationen vor. Der Yasuni-Nationalpark gilt nicht nur als äußerst artenreich, er ist auch Lebensraum zweier Indiostämme, die bisher kaum oder keinen Kontakt mit der Außenwelt hatten.

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