Anführer des größten Holzschlagringes Parás festgenommen

Veröffentlicht am 24. Februar 2015 - 07:09h unter Aktuelles aus Brasilien

Ibama-Ezequiel CastanhaDen Behörden ist ein weiterer Schlag gegen einen der größten im Amazonas-Regenwald tätigen Abholzungsringe gelungen. Sie haben am Samstag (21.) den mutmaßlichen Anführer der kriminellen Vereinigung festgenommen, die vor allem im Bundesstaat Pará Regenwald abgeholzt und die Flächen dann verkauft hat. Auf das Konto der Bande sollen über 15.500 Hektar kahl geschlagener Wald gehen.

Seit über einem Jahr ermitteln Bundespolizei, Staatsministerium, Umweltbehörde Ibama und Finanzbehörden unter dem Codenamen „Operação Castanheira“ in einer Gemeinschaftsaktion gegen die illegalen Holzschläger und Immobilienhändler im Amazonas-Regenwald des Bundesstaates Pará. Ende August haben sie bereits etliche Mitglieder der kriminellen Vereinigung festgenommen. Jetzt ist ihnen offenbar der Anführer ins Netz gegangen. Der Supermarktbesitzer Ezequiel Antônio Castanha gilt als einer der oder der Anführer, wie es heißt. Ezequiel streitet indes ab. Er sei vielmehr ein Opfer aus Neid, so sein Anwalt.

Die Behörden werfen ihm jedoch Geldwäsche von umgerechnet 33 Millionen Euro vor, Steuerhinterziehung, die Fälschung von Dokumenten sowie etliche Umweltvergehen und Mitwirkung in der kriminellen Vereinigung, die vor allem entlang der Bundesstraße BR 163 in Pará gigantische öffentliche Flächen Regenwald abgeholzt hat. Sie sind daraufhin für den Ackerbau und die Beweidung mit Rindern vorbereitet worden, um sie dann an Fazendeiros und Investoren im Wert von Millionen von Euros zu verkaufen. Die Gruppe soll dabei für 20 Prozent der Kahlschlagsflächen in der Amazonas-Region verantwortlich sein. Der angerichtete Umweltschaden wird auf umgerechnet 180 Millionen Euro geschätzt.

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