Behörden gelingt Schlag gegen Abholzungs-Ring im Amazonas-Regenwald

Veröffentlicht am 2. September 2014 - 17:28h unter Aktuelles aus Brasilien

desmatamentoDen brasilianischen Behörden ist ein Schlag gegen einen Ring von illegalen Holzschlägern und Immobilienhändlern im Amazonas-Regenwald gelungen. Bei einem Großeinsatz haben Polizeieinheiten mehrere Personen in vier verschiedenen Bundesstaaten festgenommen. Dem Ring wird vorgeworfen, mehrere tausend Hektar Regenwald abgeholzt, ihn in Weide- und Ackerland umgewandelt und schließlich das Land verkauft zu haben. Nach Angaben der Polizei soll es sich um einen der größten Ringe halten, die den Amazonasregenwald abholzen. Der von ihnen angerichtete Schaden wird auf 220 Millionen Dollar beziffert.

Bei der Gemeinschaftsaktion zwischen Umweltbehörden, Polizei, Finanzbehörde und Staatsministerium waren über hundert Männer in den Bundesstaaten Pará, São Paulo, Paraná und Mato Grosso im Einsatz. Schon seit einem Jahr haben sie mit gerichtlicher Genehmigung Telefongespräche abgehört und die Bankkonten einzelner Beteiligten überprüft.

Tätig war die Mafia vor allem im Umkreis von Novo Progresso im Südwesten Parás. Die Region gilt als das Gebiet des Amazonas-Regenwaldes, welches am meisten unter der illegalen Abholzung leidet. Nach Angaben des Staatsministeriums sollen dort mindestens 15.500 Hektar kahl geschlagen worden sein. Der Ring scheint über Jahre hinweg besonders im Nationalpark Jamanxim riesige Flächen abgeholzt und diese dann abgebrannt haben, um sie als Weide- und Ackerland vorzubereiten und an Unternehmer im Süden und Südosten Brasiliens zu verkaufen. Medien berichten dabei von Einnahmen in Höhe von 4,4 Millionen Dollar.

Wie viele Personen bei der Aktion letztlich festgenommen wurden, ist unklar. Nach offiziellen Angaben wurden im Vorfeld über 30 Haftbefehle ausgestellt. Acht Verhaftungen wurden von den Behören bereits bestätigt, sechs mutmaßlich Beteiligte an dem illegalen Ring sollen sich noch auf der Flucht befinden.

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