Maranhão sagt kriminellen Holzfällern den Kampf an

Veröffentlicht am 15. September 2015 - 14:36h unter Aktuelles aus Brasilien

IBAMA und Policia FederalIm brasilianischen Bundesstaat Maranhão haben Bundespolizei und Umweltbehörde Ibama den Madeireiros den Kampf angesagt. Nachdem Ende August in der Reserva Biológica do Gurupi ein Mitglied des Rates des Schutzgebietes umgebracht worden ist, wird nun versucht härter gegen die illegalen Machenschaften der Holzmafia vorzugehen.

Raimundo Santos Rodrigues hatte illegale Kahlschläge in dem 270.000 Hektar umfassenden Schutzgebiet Gurupi zur Anzeige gebracht und lebte deshalb seit Jahren mit Morddrohungen. Am 25. August wurde er auf der Heimfahrt mit dem Motorrad hinterrücks erschossen, seine Frau wurde verletzt. Während seine Mörder noch nicht gefasst sind, wird nun verstärkt gegen Wilderer und Holzfäller vorgegangen, die in dem Regenwald-Reservat für enorme Schäden sorgen.

Jetzt wird nicht nur versucht, die Madeireiros aufzuspüren. Vielmehr werden die dabei beschlagnahmten Traktoren und Lastwagen vor Ort angezündet und unbrauchbar gemacht. Die Überwachung des Schutzgebietes von der Luft aus wurde ebenso intensiviert. Das Gebiet ist allerdings als “zona vermelha“ (rote Zone) eingestuft, da es dort immer wieder zu Hinterhalten kommt. Der dichte Regenwald erschwert zudem eine Verfolgung und Festnahme der Kriminellen, die ins Dickicht fliehen.

Während im Amazonas-Regenwald Anstrengungen unternommen werden, die nach wie vor anhaltenden Kahlschläge und kriminelle Ausbeutung zu reduzieren, haben Nichtregierungsorganisationen ein Manifest veröffentlicht, in dem sie eine “Null-Abholzung“ fordern. “Desmatamento Zero e o Futuro do Brasil“ (Null-Abholzung und die Zukunft Brasiliens) lautet der Titel des Dokumentes, das unter anderem vom Amazonasforschungsinstitut Ipan, dem Institut für Mensch und Umwelt Amazoniens (Imazon), Greenpeace, WWF und dem Instituto Socioambiental unterschrieben wurde.

Hingewiesen wird in dem Manifest, dass die Vernichtung der Wälder und die klimatischen Veränderungen in verschiedenen Regionen Brasiliens langanhaltende Dürren verursachen können. Betroffen wären davon sowohl die Landwirtschaft als auch die Energie- und Trinkwasserversorgung.

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