Roraima verschwindet unter Rauchschwaden

Veröffentlicht am 21. März 2014 - 15:14h unter Aktuelles aus Brasilien

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIm nordbrasilianischen Bundesstaat Roraima wurden dieses Jahr bereits über tausend Brandherde gemeldet, 80 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum im vergangenen Jahr. Die Rede ist davon, dass 70 Prozent der Städte und Gemeinden des Bundesstaates betroffen sind. Von der staatlichen Umweltbehörde IBAMA heißt es, dass die Situation unter Kontrolle sei, aber besonderes Augenmerk verdiene.

Der Norden Brasiliens hat in diesem Sommer unter starken Überschwemmungen gelitten. Die gleiche Region verschwindet jetzt allerdings unter den Rauchschwaden. Etliche Bereiche des Regenwaldes im Norden und zentralen Westen Roraimas stehen in Feuer. Um dieses zu bekämpfen und seine weitere Ausbreitung zu verhindern, sind bereits seit über einer Woche 160 Männer im Einsatz. Am Donnerstag (19.) erhielten sie zudem Verstärkung von weiteren 21 Feuerwehrmännern aus anderen Bundesstaaten, weitere 400 stehen in Bereitschaft. Im Einsatz ist ebenso ein Flugzeug zur Überwachung der Brandherde.

Auch wenn Siedlungen bisher weitgehend verschont geblieben sind, leidet die Bevölkerung dennoch unter den Auswirkungen der Brände. Das heiße Klima und die Rauchschwaden fordern besonders unter den Kindern ihren Tribut. Die Zahl der im Kinderkrankenhaus in Boa Vista vor allem wegen Atembeschwerden behandelten Buben und Mädchen hat sich verdreifacht. Viele Kleinbauern haben zudem ihre Höfe verlassen, da einige Brandherde auch auf auf den landwirtschaftlichen Flächen verzeichnet wurden. Allerdings ist ein Teil davon auf die gängige Praxis zurückzuführen, das Feld nach der Ernte abzubrennen. Um die Situation nicht noch weiter zu verschärfen, wurden die Genehmigungen für ein weiteres kontrolliertes Abrennen der Felder bereits vergangene Woche ausgesetzt.

Wald- und Weidebrände sind in der heißen Jahreszeit auch ohne das traditionelle „Feldabbrennen“ durchaus normal. Nach Angaben des brasilianischen Weltraum-Forschungsinstitutes INPE wurden dieses Jahr in ganz Brasilien seit dem ersten Januar über 5.400 Brandstätten via Satellit registriert, die Mehrheit davon mit 1.254 in den ersten Märzwochen. Der Jahresdurchschnitt liegt sogar bei 171.335 Brandherden in ganz Brasilien, im Bundesstaat Roraima bei 1.547. Die meisten Feuer wurden bisher 2003 mit 4.779 Brandherden in Roraima verzeichnet, der Großteil davon (2.417) ebenso im März.

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