Rätselhaftes Sterben von Sittichen in Manaus

Veröffentlicht am 4. Dezember 2014 - 12:05h unter Aktuelles aus Brasilien

toter-vogel-manausEin rätselhaftes Vogelsterben sorgt in der Regenwaldmetropole Manaus derzeit für Aufregung. Dort sind am Straßenrand in der Zone Zentrum-Süd über 200 verendete Sittiche gefunden worden. Die Gründe für das Massensterben sind noch ungeklärt. Gewebe und Blut werden derzeit in mehreren Labors untersucht. Vermutet wird eine Vergiftung oder ein Zusammenstoß mit einem Lastwagen. Der massenhafte Tod der kleinen, grünen Papageivögel hat bereits zu Demonstrationen von Tierschützern und Tierliebhabern geführt.

Kein schönes Bild bot sich am Donnerstagmorgen (27) den Passanten an der Straße Avenida Ephigênio Salles. Die an die vielbefahrene Straße angrenzende Grünfläche war mit dutzenden toten Periquitos gesäumt. Dass die Sittiche hin und wieder mit einem Auto oder Lastwagen zusammenstoßen und einzelne tote Tiere gefunden werden, ist durchaus nicht ungewöhnlich. Für Aufsehen sorgte jedoch die außerordentlich große Zahl von über 200 Kadavern.

Erste Untersuchungen haben ergeben, dass sie inneren Blutungen erlegen sind. Vermutet wird, dass diese entweder durch ein Vergiftung mit chemischen Mitteln ausgelöst worden sind, oder durch einen Zusammenstoß mit einem Schwerkraftwagen, wie der zuständige Tierarzt mitteilte. Proben wurden nun an verschiedene Labors geschickt, um sie toxikologischen Tests zu unterziehen und weitere Aufschlüsse zu erhalten. Die Ergebnisse werden jedoch erst in zwei Wochen erwartet.

Die grünen Sittiche fliegen normalerweise in kleinen Gruppen und ernähren sich von den Früchten der Palmen und anderen Bäumen. Die schnatternden Banden sind von Vogelliebhabern und Touristen in der Regel gerne gesehen. Auch deshalb hat ihr ungewöhnliches Massensterben in Manaus bereits Proteste hervorgerufen. Am Wochenende sind etwa 300 Menschen auf die Straßen gegangen, um eine Aufklärung des Vorkommnisses zu fordern.

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