Polizei zerstört Sägereien im Umfeld von Indio-Territorien

Veröffentlicht am 14. März 2016 - 16:35h unter Aktuelles aus Brasilien

Operation Saegewerk_Divulgacao IbamaIm Nordwesten des brasilianischen Bundesstaates Maranhão haben Polizei und Umweltbehörden zehn Sägereien geschlossen und unbrauchbar gemacht. Sie sollen in Schutzgebieten und Indio-Territorien illegal geschlagenes Holz verarbeitet und in den Verkauf gebracht haben.

In Maranhão fordern Umweltschützer und Indigene Völker schon seit Jahren ein Einschreiten der Behörden gegen die Machenschaften der Holzmafia.

Mit einer Gemeinschaftsaktion von Staatsministerium, Bundespolizei und Umweltbehörden soll dieser nun das Handwerk gelegt werden.

Bei der Operation “Lignum“ waren 200 Sicherheitskräfte im Einsatz. Sie haben zehn Sägereien zerstört, die sich im Umfeld der Indio-Territorien Alto Turiaçu, Caru und Awá befunden haben sowie in der Nähe des Bioreservates Gurupi. Bei der Aktion wurden zudem elf Personen festgenommen sowie Lastwagen, Stapler und Waffen beschlagnahmt.

Jede der Sägereien hatte eine Kapazität, um täglich 50 Kubikmeter Holz zu verarbeiten. Schon in der Vergangenheit waren sie wegen illegaler Machenschaften mit Strafen belegt worden. Allerdings hatten sie wenig später ihre Arbeit wieder aufgenommen. Um zu vermeiden, dass Gerätschäften und Maschinen nach der jüngsten Polizeiaktion wieder zum Einsatz kommen, wurden diese nun explodiert.

Die Umweltbehörde Ibama hat darüber hinaus Bußgelder in Höhe von 1,7 Millionen Reais (umgerechnet derzeit etwa 425.000 Euro) verhängt. Nach Informationen des Staatsministerium haben speziell ausgerüstete Lastwagen das illegal geschlagene Holz über heimlich angelegte Rückewege bis in die Sägereien gebracht. Dort sind die Baumstämme der Edelhölzer verarbeitet und in den Handel gebracht worden.

Die Sicherheit straflos auszugehen und ein Dokumentationssystem, das leicht zu umgehen scheint, motivieren nach wie vor die ungehemmte Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes. Auch wenn offiziell illegal geschlagenes Holz nicht verkauft werden darf, gelangt dieses dennoch zur Möbelindustrie und in den Export.

Oft geschieht dies mit gefälschten Dokumenten. Außerhalb der Schutzgebiete darf in der Region nach Vorlage eines Pflegeplanes Holz entnommen werden. Allerdings haben in einigen Fällen diese Pflegepläne dazu gedient, illegal geschlagene Bäume abzudecken.

Vom Staatsministerium wurden bereits weitere Aktionen gegen die Holzmafia angekündigt. Im Mittelpunkt steht der Schutz der Indio-Territorien Alto Turiaçu, Caru und Awá sowie das Bioreservat Gurupi. In letzterem ist im August vergangenen Jahres ein Mann rücklings erschossen worden, der sich seit Jahren gegen die Abholzung des Schutzgebietes eingesetzt hatte.

Zu Morddrohungen und Toten ist es auch bereits im Indioterritorium Alto Turiaçu gekommen. Dort werden die Indios von Greenpeace im Kampf gegen die Zerstörung ihres Lebensraumes durch skrupellose Holzfäller unterstützt.

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