Fischerinnen am Médio Solimões kämpfen um ihre Rechte

Veröffentlicht am 19. Januar 2015 - 09:49h unter Aktuelles aus Brasilien

mulher-pirarucuImmer mehr Frauen beteiligen sich an der Fischerei des Pirarucu. Warum dem so ist soll nun eine Studie klären. Denn eigentlich wird der riesige Fisch in den Flüssen des Amazonas-Beckens zum Unterhalt der Familien traditionell von Männern gefischt. In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Frauen allerdings auf über 34 Prozent gestiegen.

Das Fischen des Pirarucu ist keine leichte Aufgabe. Er gilt als einer der größten Süßwasserfische der Welt und kann bis zu 200 Kilogramm auf die Waage bringen. In einem Projekt am Fluss Médio Solimões in den Reservaten Mamirauá und Amanã wird der Pirarucu nachhaltig gefischt, um seinen Bestand zu gewähren. Begleitet wird das Projekt vom Institut Mamirauá, das 2014 eine Studie zur Beteiligung der Frauen an der Fischerei gestartet hat. Danach beteiligen sich 1.036 Männer und 540 Frauen an dem Projekt zur nachhaltigen Nutzung des Pirarucu.

Beim Fischen des Pirarucu mit der Harpune oder dem Speer allein bleibt es nicht. Viele Frauen sind ebenso in den Verarbeitungsprozess eingebunden. Allerdings haben sie es nicht leicht. Viele Fischervereinigungen erkennen sie nicht als vollwertige Mitglieder an, wodurch ihnen soziale Leistungen des Staates verloren gehen, wie Ausgleichszahlungen in Zeiten des Fischverbots, Krankengeld oder Rentenansprüche.

In der Siedlung Jarauá sieht dies anders aus. Dort sind mittlerweile auch Frauen an der Spitze der Fischervereinigung vertreten. Das war nicht immer so, wie Vizepräsidentin Maria Luziliane Lima de Castro ausführt. Am Prozess der Pirarucu-Fischerei und der Verarbeitung hätten die Frauen zwar schon immer teilgenommen, jedoch hätten sie weniger verdient als die Männer. Mit der Zeit hätten sich die Frauen jedoch ihren Platz und vor allem auch die gleichen Rechte sowie eine gleichwertige Bezahlung erkämpft. Auch das ist ein Ziel der Studie des Institutes Mamirauá. Sie soll nicht nur ein Profil der Fischerinnen zeichnen, sondern ihnen ebenso zu den gleichen Rechten verhelfen.