Mit „Grünem Rind“ Amazonas-Regenwald schützen

Veröffentlicht am 27. Oktober 2015 - 16:58h unter Aktuelles aus Brasilien

kuhherde_0188Die Rinderhaltung sorgt in der Amazonasregion für etliche Probleme. Mit einem Programm soll nun das “Boi verde“, das grüne Rind gefördert werden, bei dem auf die Nachhaltigkeit und den Naturschutz wert gelegt wird. Zugute kommt dies letztlich nicht nur den Rinderhaltern, sondern ebenso dem Amazonas-Regenwald.

Im Munizip Alta Floresta gibt es weit mehr Rinder als Einwohner. Die Zahl der Rinder wird auf 840.000 geschätzt. Das Munizip im Norden des Bundesstaates Mato Grosso wurde deshalb vom brasilianischen Landwirtschaftsminsiterium als kritisch eingestuft. Vom Instituto Centro de Vida (ICV) wurde dort deshalb ein Projekt eingeführt.

Ausgewählt wurden sechs Fazendas, die mittlerweile ihre Rinderhaltung umgestellt haben, um nachhaltig zu wirtschaften, die Natur zu schützen und produktiver zuarbeiten. Erreicht wurde dies mit einfachen Mitteln, wie etwa dem Wechsel der Weiden und einer Zufütterung. Ziel ist es ebenso, eine bessere Fleischqualität zu erhalten, wodurch die Zahl der Rinder reduziert werden kann.

Mit etwa 209 Millionen Rindern ist Brasilien Weltmeister, bei der Produktion von Fleisch. Anders sieht es bei der Produktivität aus. In den USA wird beispielsweise mit nur der Hälfte der Rinderzahl etwa viermal soviel Fleisch produziert.

Geschützt werden soll mit dem Projekt ebenso der Amazonas-Regenwald, der unter dem Druck der Landwirtschaft und insbesondere auch der oft ungeregelten intensiven Rinderhaltung leidet. Eine Voraussetzung des Projektes “Boi Verde“ ist deshalb die Einhaltung des brasilianischen Naturschutzgesetzes, des Código Florestal. Als Partner für das Regenwaldfreundliche Rind fungiert eins der größten Fleischverarbeitungs-Unternehmen der Welt, das seinen Sitz in Brasilien hat.

Das Projekt zeitigt bereits Ergebnisse. So soll der Ertrag der sechs teilnehmenden Fazendas bereits siebenmal über dem anderer Produzenten der Region liegen. Durch die Verwendung neuer Technologien konnten zudem die Kosten um 30 Prozent gesenkt werden und die Produktivität wird mit einer dreifachen Erhöhung angegeben.

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