Gigantisches Grundwasservorkommen unterhalb Amazoniens bestätigt

Veröffentlicht am 9. September 2014 - 12:25h unter Aktuelles aus Brasilien

alter-do-chaoUnter dem Amazonasgebiet gibt es einen gigantischen Wasserspeicher, dessen Volumen auf über 160 Billionen Kubikmeter geschätzt wird. Bestätigt wurde dies nun beim 66. Wissenschaftskongress, der an der Universität von Acre in Rio Branco stattgefunden hat. Jetzt wollen Forscher das wahrscheinlich größte, unterirdische Süßwasservorkommen der Welt noch genauer studieren. Herausgefunden werden soll unter anderem, ob und wie sich das Wasser nutzen als auch das Vorkommen schützen lässt.

Eher zufällig sind die Wissenschaftler vor zehn Jahren auf den Grundwasserspeicher unterhalb des Amazonasgebietes gestoßen, dem sie den Namen Saga (Sistema Aquífero Grande Amazônia) gegeben haben. Er befindet sich in einer Tiefe von ungefähr 4.000 Meter weist aber ein enormes Volumen auf. Nach eingehenderen Studien wurde nun bestätigt, dass das Grundwasservorkommen des Amazonasgebietes etwa 3,5 mal so groß ist wie der 1,2 Millionen Quadratkilometer umfassende Grundwasserspeicher Guarani im Süden Brasiliens.

Vor etwa 135 Millionen Jahren soll sich nach Angaben der Forscher der gewaltige Wasserspeicher im Norden Brasiliens gebildet haben. Er repräsentiert etwa 80 Prozent des Wasservorkommens Amazoniens, während der Anteil der oberirdischen Flüsse des Gebietes mit acht Prozent beziffert wird. Weitere acht Prozent sind in der Atmosphäre gebunden. Herausgefunden haben die Wissenschaftler ebenso, dass der unterirdische Fluss, der zu Beginn noch „Aquífero Alter do Chão“ genannt wurde, in einigen Bereichen ein Strömungsvolumen von ungefähr 3.000 Kubikmetern pro Sekunde aufweist. Er beschränkt sich allerdings nicht nur auf Brasilien. Dort befinden sich jedoch 67 Prozent des Vorkommens.

Noch nicht bekannt ist indes, ob sich der unterirdische Speicher zur Trinkwasserversorgung eignet, welche Qualität das Wasser hat und wie verletzlich er ist. Da Saga nicht durch darüber liegende harte Gesteinsschichten geschützt ist, wird vermutet, dass auch große Siedlungen und Städte sich auf ihn Auswirken könnten. Dennoch gehen die Forscher davon aus, dass bereits mittelfristig das Vorkommen angezapft werden kann, um die Bevölkerung, Industrie und auch die Landwirtschaft mit Wasser zu versorgen.

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