Genehmigungsverfahren zum Wasserkraftwerk São Luiz do Tapajós eingestellt

Veröffentlicht am 20. August 2016 - 07:33h unter Aktuelles aus Brasilien

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Das Genehmigungsverfahren zum umstrittenen Wasserkraftwerk São Luiz do Tapajós ist voerst eingestellt worden. Laut der Umweltbehörde Ibama fehlen ausreichende Umweltstudien zu den Auswirkungen auf Natur und Anwohner. Nach den Plänen der Regierung würde der Stausee des Kraftwerkes knapp 400 Quadratkilomter umfassen. Mit ihm würden zudem Indio-Dörfer unter Wasser gesetzt.

Beim dringend notwendigen Ausbau seiner Stromversorgung setzt Brasilien nach vor insbesondere auf die Wasserkraft. Die sind vor allem entlang der Flüsse im Amazonas-Regenwald geplant.

Allein das Wasserkraftwerk São Luiz do Tapajós im brasilianischen Bundesstaat Pará soll mit einer Kapazität von 6.133 MW ausgestattet werden. Damit könnten 20 Millionen Haushalte mit Strom versorgt werden, wie es vom Energieunternehmen Eletrobras heißt.

Das musste nun mit der Archivierung des Genehmigungsverfahrens einen ersten Rückschlag hinnehmen. Nach mehreren Einsprüchen anderer Behörden und des Staatsministeriums hat nun die Prüfungsorganisation der Umweltbehörde Ibama einstimmig beschlossen, dass die vorgelegte Umweltstudie nicht über die notwendigen Analysen verfügt.

Bemängelt wurde das Fehlen der Auswirkungen auf das Ökosystem der Region und die soziowirtschaftlichen Auswirkungen.

Von der Indiobehörde Funai hat es im Vorfeld schon Einspruch gegeben, da mit dem Bau des Kraftwerkes Dörfer vom Volk der Munduruku aus dem Indiogebiet Sawré Muybu umgesiedelt werden müssten, was laut Konstitution nicht zulässig ist.

Auch wenn für das Gebiet schon vor Jahren anthropologische Studen angefertigt wurden, ist es erst im April dieses Jahres ausgewiesen worden. Rechtskräftig wird es allerdings erst mit der Homologisierung durch den Präsidenten Brasiliens, was noch aussteht.

Mit der Archivierung ist das gigantische Bauvorhaben aber keineswegs vom Tisch, da das Energieunternehmen Eletrobras Widerspruch einlegen und ebenso eine neue Umweltstudie vorlegen kann.