Brasilien: Pará stimmt über Aufteilung in drei Bundesstaaten ab

Veröffentlicht am 11. Dezember 2011 - 16:44h unter Aktuelles aus Brasilien

Im brasilianischen Bundesstaat Pará sind am heutigen Sonntag (11.) mehr als 4,8 Millionen Wahlpflichtige aufgerufen, über die Zukunft ihres Landes zu entscheiden. In einer Volksabstimmung geht es um die Aufteilung des Bundesstaates durch die Neugründung der Bundesstaaten Tapajós und Carajás. Die Teilung würde auch den Amazonasbereich von Pará betreffen, in dem nach offiziellen Zahlen rund 300.000 Menschen leben.

Zukünftig gäbe es bei einem Erfolg der Initiative ein kleines Pará mit lediglich 17 Prozent der ehemaligen Grundfläche jedoch 64 Prozent der Bevölkerung. Tapajós würde 59 Prozent der Fläche erhalten bei einem Bevölkerungsanteil von 15,3 Prozent. In Carajás würden zudem 20,7 Prozent der jetzigen Bevölkerung Parás auf 24 Prozent der Fläche leben.

Die Befürworter der Teilung versprechen sich dadurch mehr Gewicht für die einzelnen Regionen im brasilianischen Parlament. „Durch die Gründung der beiden Bundesstaaten erhält Amazonien sechs Abgeordnete mehr. Dadurch können wir die Region im Kongress besser verteidigen“ so der Abgeordnete Sinéso Campos von der Arbeiterpartei PT. Anhänger des Referendums erhoffen sich zudem mehr Beachtung für die sozialen und wirtschaftlichen Belange der teilweise abgelegenen Gebiete inmitten des Regenwalds.

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Den brasilianischen Steuerzahler würde eine Teilung jedoch teuer zu stehen kommen, da die neuen Bundesstaaten massiv auf Beihilfen aus Brasília angewiesen wären und keinesfalls ihren Haushalt selbst bestreiten könnten. Die Aufteilung der derzeit 143 Munizipe und die Einrichtungen der regionalen Regierungen in Santarém (Tapajós) und Marabá (Carajás) ist daher höchst umstritten. Gegner befürchten zudem eine noch stärkere Abholzung im amazonischen Regenwald, der bereits heute die größte Zerstörungsrate in Brasilien aufweist.

Obwohl die Befürworter einen langen und energischen Wahlkampf geführt haben, droht das Projekt zu scheitern. Nach letzten Umfragen überwiegen mit rund 65 Prozent die Gegner der Initiative. Wie immer wird über elektronische Wahlurnen abgestimmt. Die Ergebnisse sollen dann nach Schließung der Wahllokale via Satellit zur obersten Wahlbehörde übermittelt werden und bereits kurz danach am späten Sonntagabend zur Verfügung stehen.

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