Erhöhte Brandzahl in Amazonasregion

Veröffentlicht am 26. November 2016 - 08:19h unter Aktuelles aus Brasilien

In mehreren brasilianischen Bundesstaaten der Amazonas-Region hat sich die Zahl der Brände dieses Jahr verdoppelt und teilweise sogar verdreifacht. Spezialisten fordern die Durchsetzung von stärkeren Aktionen, zumal das Feuer nicht nur Lebensräume zerstört, sondern auch einen erheblichen Anteil an der Kohlendioxidmenge Brasiliens tragen.

Archiv Agencia Brasil

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Die Waldbrände zählen zu den Hauptverursachern der Treibhausgase Brasiliens. Ausgelöst werden sie in der Regel vom Menschen, wenn das Feuer beispielsweise bei der Abfackelung von geernteten Flächen oder Weiden zur Säuberung eingesetzt wird und außer Kontrolle gerät.

Begünstigt worden ist die Ausbreitung des Feuers durch eine extreme Trockenheit. Laut Paulo Adario von Greenpeace entfallen jedoch 65 Prozent der Brände auf das Konto der Viehwirtschaft, für die Wald abgeholzt wird und die Flächen dann mit Feuer für die Beweidung vorbereitet werden.

Bis zum 28. Oktober hat das Raumforschungsinstitut Inpe in ganz Brasilien 156.828 Brandherde registriert und damit mehr als die Durchschnittszahl. Die meisten von ihnen sind in den ersten Monaten des Jahres verzeichnet worden, während im zweiten Halbjahr Regen das Ausbreiten von Feuer verhindert hat.

Extrem gestiegen ist die Zahl der Brände im Bundesstaat Amazonas. Dort hat sich mit 11.283 Bränden deren Zahl beinahe verdreifacht. In Roraima sind 3.279 Brände verzeichnet worden, während der Durchschnitt der vergangenen Jahre bei 1.146 liegt.

Verdoppelt hat sich ihre Zahl ebenso in Acre. Dort sind die Brände von 3.261 auf 6.894 angestiegen. Besonders stark ist der Druck durch die Landwirtschaft im Süden Amazoniens, dort fressen sich Felder und Weiden immer weiter in den Regenwald hinein.

Kritisiert werden von den Umweltschützern unzureichende Kontrollen. Dass diese verbessert werden ist angesichts der Wirtschaftskrise indes nicht zu erwarten.