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Goldrausch bedroht Yanomamis im Amazonas-Regenwald

Veröffentlicht am 30. Dezember 2014 - 17:42h unter Aktuelles aus Brasilien

garimperosDer Goldrausch ist längst keine Angelegenheit aus vergangenen Jahrhunderten. Im Amazonasgebiet bedroht er unter anderem die Yanomami-Indios. Anfang Dezember wurden im Indio-Territorium der Yanomamis über 260 illegale Goldgräber festgenommen. Allerdings wird davon ausgegangen, dass momentan weitere 800 bis 3.000 “Garimpeiros” das Schutzgebiet skrupellos ausbeuten.

In einer mehrtägigen Operation ist es der Behörde für indigene Angelegenheiten Funai sowie der Umweltbehörde mit Hilfe der Militärpolizei gelungen, im Nordosten des brasilianischen Bundesstaates Roraima über 260 illegale Goldgräber festzunehmen. Zerstört wurden zudem zehn der 38 Boote, von denen aus im Fluss Uraricoera nach dem Edelmetall gesucht wird. In der Regel arbeiten die „Garimpeiros“ für Hintermänner, von denen die Boote zur Verfügung gestellt werden. Die “Front zum Schutz der Yanomami” (Frente Proteção Yanomami-Funai) geht von einer kriminellen Organisation aus, die von der Hauptstadt Roraimas aus agiert. Die Goldgräber sind dabei lediglich die Handlanger, die den Hauptteil von ihren Funden an die Bootsinhaber abgeben müssen.

Nach Schätzungen wurden in der Region Waicais monatlich etwa 80 Kilogramm Gold gewonnen. Dies geschieht unter anderem mit der Hilfe von Quecksilber, durch das nicht nur der Fluss sowie Flora und Fauna schwer beeinträchtigt werden, sondern ebenso die Gesundheit der Indios. Festgestellt wurden auf der Wasseroberfläche ebenso Teppiche von Benzin und Diesel. Berichtet wird zudem davon, dass Indio-Mädchen zur Prostitution gezwungen wurden.

Es wird davon ausgegangen, dass allein in der Region Waicais etwa 800 Goldgräber illegal am Werk sind. Das riesige Yanomami-Territorium, in dem etwa 25.000 Indios leben, wird allerdings auch in anderen Bereichen durch die ungesetzliche Gewinnung von Edelmetallen beeinträchtigt. Ein Problem ist die mangelnde Ausstattung der Indio-Schutzbehörde Funai. Im Juni sollen in dem Gebiet sogar zwei Schutzposten der Behörde mangels Finanz- und Personalmittel geschlossen worden sein. Illegale Goldsucher können so über Monate und Jahre hinweg unbehelligt tätig werden und großen Schaden anrichten.

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