Erhebliche Auswirkungen des Klimawandels für Bevölkerung der Amazonas-Region befürchtet

Veröffentlicht am 22. Juli 2015 - 07:38h unter Aktuelles aus Brasilien

Schwarzer Pacu

Schwarzer Pacu – Martina-Berg Fotolia.com

Wenn Ende des Jahres die Länder der Welt über Klimaveränderungen und Gegenmaßnahmen diskutieren werden, geht es dabei auch um die Menschen des Amazonas-Regenwaldes. Studien zeigen, dass mit einer minimalen Temperaturerhöhung zwei für die Region besonders wichtige Fischarten verschwinden könnten.

Auch wenn der Kardinal (Tanichthys albonubes) nur ein kleiner Fisch ist, ist er für die Wirtschaft und das Überleben der Menschen in der Amazonas-Region dennoch von großer Bedeutung. Er wird als Zierfisch in ganz Brasiliens und auch in andere Länder verkauft. Für viele Familien aus der Umgebung Barcelos bedeutet der kleine Fisch die wichtigste Einnahmequelle. Studien vom Amazonasforschungsinstitut Inpa zeigen jedoch, dass er auf klimatische Veränderungen extrem sensibel reagiert.

Nachgebildet wurden dort die Szenarien des Klimawandelpainels (IPCC) zu den mutmaßlichen Änderungen der Durchschnittstemperaturen. Das war für den Kardinal jedoch tödlich. Verzeichnet wurde bei der Inpa-Studie eine “hohe Todesrate“, wie bei einem wissenschaftlichen Kongreß im brasilianischen São Carlos berichtet wurde.

Eine andere für die Amazonas-Region wichtige Fischart, die unter dem Klimawandel leiden könnte, ist der Tambaqui (Schwarzer Pacu oder Mühlsteinsalmler). Er ist für viele Flußanlieger Nahrungs- und Proteinquelle. Temperaturveränderungen könnten sich jedoch auf seinen Bestand auswirken. Er würde zudem weniger wachsen, wodurch mit Produktionseinbußen zu rechnen ist, wie es in der Studie heißt. Dringend notwendig seien deshalb Forschungen zur Verbesserung der Genetik, um sie für den Klimawandel robuster zu machen, wie Inpa-Forscher Adalberto Val ausführt.

Zu den Erkenntnissen gelangt sind die Forscher mit Hilfe von künstlichen Mikrokosmen, in denen die Klimaveränderungen nachgebildet wurden. In einem dieser Mikrokosmen wurde zudem demonstriert, dass sich mit einer Temperaturerhöhung die Malaria und Dengue übertragenden Mücken schneller reproduzieren würden. Die fünfjährigen Forschungen zeigen auch, dass Pflanzen der Überschwemmungsbereiche durch den Klimawandel verstärkt unter einem Befall mit Mibeln und Schädlingen leiden würden.

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