Dürre und Brände kennzeichnen Amazonas-Regenwald in Roraima

Veröffentlicht am 7. Februar 2016 - 13:31h unter Aktuelles aus Brasilien

Regenwald-Feuer_AgenciaBrasilDie Trockenheit in der Amazonasregion des brasilianischen Bundesstaates Roraima begünstigt täglich beinahe 150 Brandherde. Allein im Januar sind 1.754 Brände registriert worden, während ihre Zahl vom Raumforschungsinstitut Inpe für das gesamte Jahr 2015 mit 2.060 angegeben wird. Die Rede ist von der größten Dürre in den vergangenen 20 Jahren.

Eine Erleichterung ist indes nicht in Sicht. Der Zivilschutz geht davon aus, dass die Trockenheit in der Region noch bis zum April andauern wird. Der ausbleibende Regen wird dem Klimaphänomen El Niño zugeschrieben, das dieses Mal besonders stark ausfällt. Die Feuer sind hingegen zum Großteil hausgemacht. Um eine weitere Ausbreitung der Brände zu ermeiden, wurde das Abbrennen von Weiden zu deren Pflege bereits untersagt.

Betroffen ist von den Bränden ebenso das Indio-Land Xixuau im Süden Roraimas. Dort wütet seit mehr als einer Woche ein Großbrand entlang des Ufers des Flusses Jauperi. Befürchtet wird, dass das Feuer auf zwei Indio-Siedlungen übergreifen könnte. Von Bränden betroffen ist auch das 9,6 Millionen Hektar umfassende Indio-Territorium der Yanomami.

Knapp wird auch das Trinkwasser. Von den 15 Munizipen Roraimas haben angesichts mangelnder Niederschäge 13 den Notstand ausgerufen. Verstärkt betroffen ist vor allem der Süden des Bundesstaates. Etliche Siedlungen müssen mit Hilfe von Tanklastzügen mit Trinkwasser versorgt werden.

Vom Geologischen Dienst CPRM heißt es, dass der Wasserstand des Rio Branco allein in der letzten Januarwoche um 42 Zentimeter gefallen ist. Der Fluß durchquert den Bundesstaat Roraima und verzeichnet bereits seit Oktober eine Abnahme des Wasserstandes. Im Yanomami-Territorium sind indes etliche Flüsse und Bäche inzwischen ausgetrocknet.

Auch im Bundesstaat Amazonas sorgt El Niño nach wie vor für Trockenheit. Dort wurden im Januar 770 Brandherde registriert. Im gleichen Zeitraum 2014 waren es hingegen lediglich 35.

Doch nicht in allen Regionen des Amazonas-Regenwaldes nehmen die Wasserstände ab. Nach dem jüngsten Bericht des CPRM sind die Becken des Amazonas, Jauari und Purus von Zunahmen gekennzeichnet. Der Rio Negro ist seit Anfang des Jahres um zwei Meter gestiegen.

Von Wetter- und Klimaexperten ist das Phänomen der unterschiedlichen Niederschlagsverteilung bereits vor einigen Monaten angekündigt worden. El Niño werde in einigen Bereichen Amazoniens für erhöhte Niederschläge und in anderen für Trockenheit sorgen.