Studie: Indios tragen aktiv zum Klimaschutz bei

Veröffentlicht am 29. Juli 2014 - 15:41h unter Aktuelles aus Brasilien

ACRIMA20130909_0043_15Untersuchungen zeigen, dass der Amazonas-Regenwald am Besten in Indio-Territorien geschützt ist. Die Organisationen World Resources Institute (WRI) und Rights and Resources Initiative (RRI) kamen zudem zu dem Schluß, dass es im Sinne des weltweiten Klimaschutzes unumgänglich ist, die Völker des Waldes zu unterstützen, um weitere Abholzungen und somit die Freisetzung von Kohlendioxid zu vermeiden. Als Modell könnten dabei Indio-Gebiete innerhalb Brasiliens dienen.

Die offiziellen Zahlen über die Kahlschläge im Amazonasgebiet scheinen die These der beiden Organisationen zu bestätigen. Danach wurde im Juni in den Indio-Territorien eine Kahlschlagrate von einem Prozent verzeichnet. Bei Privatflächen lag sie hingegen bei 59 Prozent, selbst in Naturschutzgebieten wurden 27 Prozent und bei Flächen der Agrarreform 13 Prozent Abholzung registriert.

Die Wissenschaftler des WRI stellten fest, dass zwischen 2000 und 2012 innerhalb der indigenen Gebiete lediglich 0,6 Prozent des Regenwaldes verloren ging, während es außerhalb sieben Prozent waren. Weiter errechneten sie, dass außerhalb der Indio-Gebiete in den zwölf Jahren durch die Abholzung von 22,5 Millionen Hektar Wald 8,7 Milliarden Tonnen Kohlendioid freigesetzt wurden, während es innerhalb der Indio-Gebiete nur 311 Millionen Tonnen und somit 27-Mal weniger waren.

Die Indios würden häufig ihren Wald mit allen Mitteln gegen illegale Holzschläger, Großgrundbesitzer und andere Eindringlinge verteidigen. Schutz ihrer Gebiete wird den Indios auch vom Staat zugesichert. In der Studie über die Waldvölker und den Klimaschutz drängen die Forscher deshalb darauf, die Rechte der Indios zu garantieren und zu stärken. Nach ihren Ausführungen könnte somit vermieden werden, dass in Brasilien bis 2050 etwa 27,2 Millionen Hektar Regenwald abgeholzt und zwölf Milliarden Tonnen Kohlendioxid freigesetzt würden. Dies würde letztlich auch einer Erwärmung der Durchschnittstemperatur entgegenwirken. Die Stärkung der Rechte der Ureinwohner ist für die Wissenschaftler daher eine globale Angelegenheit.

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