70 Prozent aller Brandherde Brasiliens entfallen auf die Amazonas-Region

Veröffentlicht am 6. Januar 2016 - 10:29h unter Aktuelles aus Brasilien

Das Jahr 2015 war in der Amazonas-Region von einer Zunahme an Bränden und Kahlschlägen gekennzeichnet. Auf die neun brasilianischen Bundesstaaten, die vom Amazonas-Regenwald geprägt sind, entfallen 70 Prozent aller im vergangenen Jahr in Brasilien verzeichneten Brände.

Foto: Lucas Ninno/ GCOM

70 Prozent aller Brandherde Brasiliens entfallen auf die Amazonas-Region – Foto: Lucas Ninno / GCOM

Über 164.000 der 235.000 Brandherde Brasiliens wurden vom Raumforschungsinstitut Inpe in der Amazonas-Region registriert. Mit 44.794 Bränden ist der Bundesstaat Pará trauriger Spitzenreiter. Gefolgt wird er von Mato Grosso (32.984 Brandherde) und Maranhão (30.066 Brandherde). Verantwortlich gemacht werden für die Brände fast ausschließlich menschliche Aktionen, wie das Abbrennen gerodeter Flächen, Acker und Weiden oder auch kriminelle Feuerlegung im Zusammenhang mit Landkonflikten.

Von Inpe-Mitarbeiter Alberto Setzer heißt es, dass in der Amazonas-Region vor allem die Kahlschläge und die Land- und Viehwirtschaft verantwortlich sind für die Feuer, die sich durch die starke Trockenheit im vergangenen Jahr schnell ausbreiten konnten.

Als Beispiel nennt er die Region Matopiba, die sich über die Bundesstaaten Maranhão, Tocantins, Piauí und Bahia erstreckt. Dort ist die Zahl der Brandherde um 37,9 Prozent gestiegen, während brasilienweit eine Steigerung von 27,5 Prozent verzeichnet wurde. Allein auf die für den Anbau von Soja, Mais und Baumwolle wichtigen Matopiba-Region entfallen 80.518 Brandherde.

Ende September ist im Indioterritorium Arariboia im Bundesstaat Maranhão ein Feuer ausgebrochen, das über zwei Monate hinweg immer wieder aufgeflammt ist und mit 220.000 Hektar etwa die Hälfte des Reservats zerstört hat. Die Spuren führen zu illegalen Holzfällern, die als mutmaßliche Feuerstifter gelten.

Tatsächliche Unterstützung zur Bekämpfung des Brandes haben die Indios erst nach Protesten in Brasília erhalten. In dem Reservat lebt neben 12.000 Indios ebenso ein bisher nicht kontaktierter Indiostamm. Um das Feuer zu löschen waren zeitweise über 300 Feuerwehrleute, freiwillige Brigadisten und Soldaten im Einsatz.

Im September und Oktober haben die Brände in der Umgebung Manaus für so dichte Rauchschwaden gesorgt, dass teilweise der Flugverkehr und auch der Unterricht in den Schulen eingestellt werden musste und der Notstand ausgerufen wurde. Gleiches gilt für elf weitere Städte der Region.

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