Rodungskonzessionen erleichtern illegale Abholzung in Peru

Veröffentlicht am 25. April 2014 - 21:16h unter Aktuelles aus Peru, News zu Abholzung & Co.

Mit den von der Regierung Perus gewährten Rodungskonzessionen für bestimmte Areale im Amazonas-Regenwald soll eigentlich die nachhaltige Waldwirtschaft gefördert und der illegale Holzeinschlag unterbunden werden. Forscher prangern nun allerdings an, dass mit den Konzessionen das Gegenteil erreicht wird. Sie werden in vielen Fällen dazu benutzt, um außerhalb der Vertragsgebiete Bäume zu fällen, darunter auch die international geschützten Edelhölzer Mahagoni und Zeder. Zu diesem Ergebnis gelangten die Wissenschaftler nach Auswertung der offiziellen Daten.

Satellitenbilder zeigen das erschreckende Ausmaß an Abholzung in Peru (Foto: Nasa)

Satellitenbilder zeigen das erschreckende Ausmaß an Abholzung in Peru (Foto: Nasa)

Es sei offensichtlich, dass aller Anstrengungen zum Trotz, illegale Rodungen weiterhin wie eine Plage im peruanischen Amazonasgebiet bestünden, so die Wissenschaftler in ihrem Bericht in der Wissenschaftszeitschrift Scientific Reports. Sie kamen zu dem erschreckenden Schluß, dass die momentane Praxis der Konzessionen die Abholzung des Regenwaldes sogar noch fördert.

Bis September 2013 hatte die peruanische Regierung 609 Konzessionen für Flächen zwischen 4.000 und 50.000 Hektar ausgestellt. Pro Jahr darf von ihnen lediglich eine Parzelle von 400 bis 500 Hektar gerodet werden. Sie sind zudem an Waldpflege- und Einschlagspläne gebunden. Ob die Vorgaben eingehalten werden, wird von der Waldaufsichtsagentur OSNIFOR überwacht. Allerdings geschieht dies meist nicht vor Ort. Vielmehr werden die Hölzer oft erst in den Häfen mit den Transportdokumenten verglichen, wodurch illegale Machenschaften erleichtert werden.

Dennoch registrierte OSNIFOR etliche Verstöße. Zwischen 2005 und 2013 überprüfte sie 388 (63,7 Prozent) der 609 Konzessionsflächen. Bei 181 Flächen, 46,7 Prozent, wurden grobe Vergehen registriert und die Verträge deshalb anuliert. Weitere 21,6 Prozent der Konzessionsflächen befinden sich wegen Verdachts von Verstößen in Untersuchung.

Laut den Wissenschaftlern, die verschiedenen Instituten und Forschungseinrichtungen in den USA und Brasilien angehören, holzten 55 Prozent der kontrollierten Konzessionsnehmer Edelhölzer außerhalb der genehmigten Flächen ab. 68,6 Prozent sollen die Konzessionen dazu benutzt haben, illegale Rodungen oder den Transport von illegal geschlagenem Holz zu erleichtern. Mit Hilfe von Satelliten wurde zudem festgestellt, dass die Abholzungen außerhalb der Konzessionsflächen größer sind als innerhalb.

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