Peru: Bergbau-Aktivitäten im Amazonasgebiet steigen um 400 Prozent

Veröffentlicht am 3. November 2013 - 17:54h unter Aktuelles aus Peru

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer illegale Bergbau im peruanischen Amazonasgebiet nimmt erschreckende Ausmasse an. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die Goldpreise, die im Jahr 2008 mit der internationalen Krise in die Höhe schnellten. Als Konsequenz davon sind die Goldabbauflächen in der südlichen Region des Madre de Dios in Peru seit 1999 um 400 Prozent gestiegen. Zugenommen hat damit auch der Kahlschlag im peruanischen Amazonas-Regenwald. Heute ist der Bergbau bereits, noch vor der Holzwirtschaft und der Landwirtschaft, der Hauptgrund für die Abholzung des Regenwaldes.

Untersucht wurde die Region, die im peruanischen Grenzgebiet mit Brasilien und Bolivien liegt, vom amerikanischen Institut “Carnegie Institution for Science” der Stanford Universität und dem peruanischen Umweltministerium. Sie benutzten ein hochauflösendes Satelliten-System, erhoben Feldstudien und werteten Luftaufnahmen aus. Das Ergebnis: während der Bergbau in der Region Madre de Dios im Jahr 1999 eine Fläche von 10.000 Hektar einnahm, waren es 50.000 Hektar im Jahr 2012. Festgestellt wurde auch, dass die Ausweitung der Bergbauflächen seit 2008 auf 6.145 Hektar pro Jahr anstieg, was einer Verdreifachung der bis dahin jährlich neu hinzugekommenen Bergbauflächen gleichkommt.

Im Jahr 2009 wurde eine Studie zur Überwachung der drei offiziellen Bergbau-Unternehmen Huepetuhe, Guacamayo, und Delta-1 erstellt. Dokumentiert wurden dabei 15.500 Hektar abgeholzter Regenwald. Erst mit Hilfe einer speziellen Software und einem hochauflösenden Satelliten konnten auch die kleineren Flächen erfasst werden, Camps tausender illegaler Goldsucher. Sie waren im Jahr 2012 für 51 Prozent des Goldabbaus der gesamten Region verantwortlich, für mehr als die drei regulären Unternehmen zusammen.

Die Auswirkungen des ausufernden Goldabbaus auf den Regenwald und die Umwelt sind noch nicht vollends erfasst. Die Region ist bekannt für seine hohe Populationsdichte von beispielsweise Jaguar und grösseren Affenarten. Deren Lebensraum wird seit Jahren immer stärker bedroht. Darüber hinaus ist eine Luft- und Wasserverschmutzung durch das Quecksilber zu erwarten, das beim Goldabbau verwendet wird. Erhöhte Quecksilberwerte wurden bereits im Blut von 76,5 Prozent der Menschen festgestellt, die in der Region Madre de Dios leben. Die Schwermetalle konzentrieren sich keineswegs nur auf einen kleinen Bereich. Wie bei der Studie mit Luftaufnahmen herausgefunden wurde, werden die Sedimente in den Flüssen über hunderte Kilometer weit mitgeführt, auch bis ins Nachbarland Brasilien hinein.

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