Zersiedelung und Abholzung des Amazonas-Regenwaldes bedroht Manteläffchen

Veröffentlicht am 3. Oktober 2014 - 03:36h unter Aktuelles aus Brasilien

mattelaeffchenDas kleine Manteläffchen kommt lediglich in einem eng begrenzten Gebiet um Manaus vor. Allerdings ist es vom Aussterben bedroht. Eine Kampagne des Umweltschutzsekretariats Amazonas (SDS) und anderer Institutionen soll nun auf den Primaten aufmerksam machen und zu seinem Fortbestand beitragen. Gefährdet ist es vor allem durch die Abholzung und Zersiedelung des Regenwaldes und der Schutzgebiete.

In keinem anderen Land gibt es so viele verschiedene Arten von Primaten wie in Brasilien. Die Amazonas-Region weist die größte Artenvielfalt auf. Das nur 20 bis 30 Zentimeter große Maneläffchen Zweifarben-Tamarin (Saguinus bicolor) ist dabei eine Besonderheit. Wissenschaftler schätzen, dass es lediglich 30.000 von ihnen gibt. Das einzige Gebiet der Welt, in dem sie vorkommen ist der Amazonas-Regenwald um Manaus, Itacoatiara und Rio Preto da Eva. Schon jetzt gilt das 800 Gramm schwere Manteläffchen jedoch als der am stärksten bedrohte Primat des Amazonas-Regenwaldes.

Dabei tragen nicht nur die illegalen Abholzungen und Ansiedelungen zur Zerstörung seines Lebensraumes bei. Auch die Umweltschutzbehörden selbst verkleinern beständig die Habitate durch Genehmigungen für den Bau von geschlossenen Wohnanlagen in mitten von Schutzgebieten. Gruppen der Manteläffchen werden so isoliert und Stromleitungen, Verkehr und Hunde fordern Todesopfern unter ihnen. Wissenschaftler, Biologen und Naturschützer fordern deshalb die simple Einhaltung der strengen Naturschutzgesetze und stärkere Kontrollen.

Sorgen bereitet Forschern und Naturschützern aber auch der Bau einer elektrischen Leitungstrasse. Diese hätte eigentlich außerhalb des Schutzgebietes Reserva Florestal Adolpho Ducke gebaut werden sollen. Allerdings wurden 5.900 Quadratmeter des Schutzgebietes beeinträchtigt und teilweise kahlgeschlagen. Auch wenn dies wenig erscheint, hatte es zur Folge, dass zwischen zwei der Masten unerlauberter Weise eine Straße gebaut wurde. An anderen Stellen kam es zur Abholzung von Baumriesen mitten im Schutzgebiet. Das Staatsministerium hat sich bereits eingeschaltet und fordert den sofortigen Entzug der Umweltlizenz für den Bau der Trasse sowie einen Baustopp.

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