Marajó: Insel oder Archipel?

Veröffentlicht am 12. März 2013 - 22:06h unter Fakten & Kuriositäten

Wussten Sie, dass „Marajó“ eigentlich ein Archipel ist und keine Insel?

Amazonasmuendung_MK1888Die Flussinsel „Marajó“ im Amazonasdelta ist eigentlich gar keine Insel sondern ein Archipel. Die genaue Zahl der teilweise winzigen Inseln hat noch nie jemand exakt zählen können, aber es sind mindestens 2.000. Sie besetzten jedoch ein Areal von 50.000 Quadratkilometern und sind damit grösser als die Schweiz. Die Hauptinsel umfasst bereits über 40.000 Quadratkilometer und wird oft als größte Flussinsel der Welt bezeichnet. Dies ist jedoch äussert umstritten, da gerade die östlichen Teile den Atlantik berühren sollen. Allerdings fliesst soviel Wasser durch den Amazonas ins Meer, dass sich das Süsswasser weit in den Ozean hinein erstreckt und damit die imaginäre Küstenlinie deutlich überquert, womit die Insel wiederum vollständig vom Wasser des Amazonas umgeben ist. Auf Karten wird die Insel in der Regel als einzige Landmasse angezeigt.

Bekannt ist „Marajó“ vor allem durch die vielen Wasserbüffel, welche die Insel bevölkern und von der örtlichen Polizei sogar als Reittiere genutzt werden. Als im Jahre 1920 ein Schiff aus Asien vor der Küste Brasiliens Schiffbruch erlitt und sank, konnte sich eine kleine Herde von Wasserbüffeln retten und auf die Insel schwimmen. Die Herde überlebte und breitete sich in den kommenden Jahrzehnten über die ganze Insel aus. Ihre jetzige Zahl wird aufgrund fehlender natürlicher Feinde und der abgelegenen Region auf über drei Millionen Expemplare beziffert. Die Bewohner verwenden sie als Nutztiere und wichtigen Fleischlieferanten.

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