Schalen der Cupuaçu-Frucht Amazoniens sollen Verpackungsmaterial werden

Veröffentlicht am 24. September 2015 - 17:49h unter Aktuelles aus Brasilien

Cupuau oder Grobltiger Kakao (Theobroma grandiflorum)Die Cupuaçu ist eine typische Frucht des Amazonas-Regenwaldes. Aus ihr werden Süßigkeiten, Säfte und andere Köstlichkeiten gewonnen. Jetzt soll sie ebenso als 100 Prozent umweltfreundliches Verpackungsmaterial zum Einsatz kommen. Profitieren werden davon die Bewohner des Waldes.

Wie beim Kakao werden aus der Cupuaçu Süßigkeiten hergestellt, die ähnlich wie Schokolade schmecken. Bisher sind die harten Schalen der Früchte allerdings auf dem Kompost gelandet. Das soll sich nun ändern. Das Unternehmen „Bombons Finos da Amazônia” hat dazu ein entsprechendes Projekt angekündigt. Bei diesem werden die braunen Schalen in phantasie- und kunstvolle Verpackungen verwandelt.

Durchgeführt wird das Projekt von der Stiftung Fapeam (Fundação de Amparo à Pesquisa do Estado do Amazonas). Geschlossen wurde zudem eine Partnerschaft mit Wissenschaftlern der Universität Amazonas (Ufam), die Leim- und Pressholz aus Holz- und Pflanzenresten erforschern. Jetzt sollen die Cupuaçu-Schalen gemahlen und mit einem natürlichen Harz aus der Rizinuspflanze vermischt werden. Erstellt werden daraus Platten, die dann zu Kisten und Schachteln verarbeitet werden.

Bisher benutzt das Unternehmen für ihre Kisten und Schachteln Holz von umgefallenen Bäumen und Cipó, Luftwurzeln von Aufsitzerpflanzen. Auch die Cupuaçu-Schalen sind bereits als Verpackung zum Einsatz gekommen, allerdings nur in geringer Menge und in Naturform.

Von dem Cupuaçu-Projekt werden nicht nur das Süßigkeiten-Unternehmen und die Umwelt profitieren. Gedacht ist daran, alle Verpackungen des Unternehmens aus den Cupuaçu-Platten herzustellen, die ähnlich wie die MDF-Faserplatten auch bei der Möbelherstellung zum Einsatz kommen könnten.

Das würde der Region sowie den Kleinlandwirten und Extrativisten zugute kommen, die dann nicht nur Fruchtfleisch und Samen, sondern auch die Schalen verkaufen könnten. Immerhin fallen allein am Agrozentrum von Balbina pro Ernte etwa 70 Tonnen Schalen an.

Schon jetzt arbeitet das Unternehmen mit 200 Familien aus der Amazonas-Region zusammen. Gesetzt wird dabei auf nachhaltige und umweltgerechte Produkte.

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