Höchster Forschungsturm der Welt nimmt Arbeit auf

Veröffentlicht am 18. März 2017 - 12:00h unter Aktuelles aus Brasilien

Manaus – Projekt Atto – Foto: Ascom/MC

Der höchste Forschungsturm der Welt nimmt seine wissenschatliche Arbeit auf. Ab April soll der 325 Meter hohe, mitten im Amazonas-Regenwald stehende “Torre Atto“ in die zweite Phase eintreten. Erhofft werden von den mit seiner Hilfe gesammelten Daten mehr Aufschlüsse über die Bedeutung des größten Regenwaldes der Welt für den Klimawandel.

Ausgestattet ist der Stahlgigant mit verschiedenen Messgeräten, die in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten rund um die Uhr Daten über Treibhausgase, Aerosole, Wind, Temperatur und anderes sammeln. Hinzu kommen vier etwa 80 Meter hohe Türme, die ebenso verschiedene klimatologische Informationen liefern.

Ziel ist es, mit der Anlage mehr über Interaktion und Gasaustausch des Regenwaldes mit der Atmosphäre und dem Klima zu erfahren

Geleitet wird das 8,4 Millionen Euro teure Projekt auf brasilianischer Seite vom Amazonasforschungsinstitut Inpa. Auf deutscher Seite hat das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz die Leitung inne. Etwa hundert Forscher beider Länder werden sich im Mai dieses Jahres im Inpa in Manaus treffen zu einem wissenschaftlichen Austausch treffen. Dann soll der Beginn der zweiten Phase des ATTO-Projektes offiziell verkündet werden.

Derzeit sind Wissenschaftler aus ganz Brasilien in Manaus versammelt, um die erste schon während der Bauphase gesammelte Datenflut auszuwerten. Anwesend ist ebenso Susan Trumbore, die im Mai die Koordination des Atto-Projektes übernehmen wird.

Angelegt wurde das Klima-Observatorium etwa 150 Kilometer von Manaus entfernt im Naturschutzreservat Uatumã. Der Amazonas-Regenwald gilt als eins der sensibelsten Ökosysteme der Welt. Durch seine enorme Verdunstungsrate hat er einen großen Einfluß des Wasserkreislaufes sowie der Niederschläge auch in weit entfernten Regionen. Darüber hinaus spielt er für das Weltklima eine entscheidende Rolle.