Amazonas-Regenwald wird immer mehr von Lianen eingenommen

Veröffentlicht am 20. November 2014 - 12:26h unter Aktuelles aus Brasilien

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Amazonas-Regenwald befindet sich im Wandel. Wissenschaftler des Amazonas-Forschungsinstitutes Inpa haben festgestellt, dass sich in bisher unberührten Beständen des Amazonas-Regenwaldes immer mehr Lianen ausbreiten. Sie bevorzugen eigentlich die Randzonen des Waldes oder bereits gestörte Bereiche. Allerdings werden sie nun auch verstärkt in intakten Gebieten registriert.

Im Zusammenhang mit dem Projekt „Biologische Dynamik in Waldfragmenten“ haben die Inpa-Forscher in den vergangenen 14 Jahren eine stärkere Verbreitung der Lianen in intakten Regenwaldgebieten in der Nähe von Manaus verzeichnet. Dort soll das Vorkommen dieser Kletterpflanzen pro Jahr durchschnittlich um ein Prozent zugenommen haben. Für die Wissenschaftler des Inpa-Institutes war dies überraschend, wie José Luís Camargo es ausdrückt, der Koordinator des Projektes.

Die Forscher vermuten, dass die stärkere Verbreitung der Kletterpflanzen mit der zunehmenden Konzentration an Kohlendioxid in der Atmosphäre zusammenhängen könnte. Die höhere Kohlendioxidkonzentration könne sowohl das Wachstum der Bäume als auch das der Lianen steigern, so der Biologe William Laurance. Beim Wettlauf um mehr Licht scheinen jedoch die sich an den Stämmen der Bäume nach oben windenden Lianen konkurrenzfähiger zu sein. Das wiederum kann sich zum Nachteil der Bäume auswirken. Die Bezeichnung Liane beschränkt sich dabei keineswegs nur auf eine einzige Art der Kletterpflanzen. Die nordamerikanische Ökologin Robyn Burnham hat bereits 300 verschiedene Lianenarten registriert, viele von ihnen sind bisher noch nicht wissenschaftlich eingeordnet, wie verlautbart wurde.

Jetzt wollen die Wissenschaftler herausfinden, welche der Lianenarten besonders von den veränderten Bedingungen profitieren, um dann weitere Aussagen treffen zu können.

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