Forscher wollen Geheimnis schwarzer Erde enträtseln

Veröffentlicht am 12. September 2016 - 17:33h unter Aktuelles aus Brasilien

Foto: Agência de Notícias - Embrapa

Foto: Agência de Notícias – Embrapa

Die schwarze Erde in bestimmten Regionen Amazoniens ist eine der fruchtbarsten Brasiliens. Sie gibt den Forschern allerdings nach wie vor Rätsel auf. Warum kommt sie ausschließlich in bestimmten Bereichen des Amazonas-Regenwaldes vor?

Wie setzt sich ihre organische Materie chemisch zusammen und welche mineralogischen Veränderungen liegen ihr zu Grunde? Mit solchen Fragen beschäftigt sich ein Forschungsprojekt der Universidade Federal de Santa Maria (UFSM), das bis 2018 mehr Aufschlüsse über das Phänomen der schwarzen Erde geben will.

“Terras pretas arqueológicas“ (schwarze, archäologische Erde) wird die Bodenstruktur genannt, die vor Jahren bei Ausgrabungen zutage getreten ist. Seitdem lässt sie die Wissenschaftler nicht mehr los. Vor allem im Vergleich zu anderen tropischen Böden ist sie außerordentlich tiefgründig und extrem fruchtbar.

Luís Antônio Coutrim dos Santos von der UFSM ist einer der Forscher, der der Entstehung dieser Erde auf die Spur kommen will.

Er untersucht sie im Munizip Apuí im Süden des Bundeststaates Amazonas. Herausfinden will er, welche Mineraltypen in ihr vorherrschen und ob diese sich während der Formierung der schwarzen Erde verändert haben. Auch die prinzipiellen Karbongruppen der organischen Materie sollen analysiert werden.

Studiert werden die möglicherweise geschehenen mineralogischen Veränderungen nicht nur von den anthropischen Böden, die durch die intensive Nutzung des Menschen signifikativ modifiziert worden sind.

Zum Vergleich sollen vielmehr ebenso die „terras mulatas“ (braune Erde) und Böden ohne jeglichen menschlichen Einfluß untersucht werden.

Bis Februar 2018, so hofft Luís Antônio Coutrim dos Santos, werden die Ergebnisse vorliegen und die Studie abgeschlossen sein.

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