Fäkalien von Schiffspassagieren verschmutzen immer mehr Amazonas

Veröffentlicht am 9. November 2013 - 22:40h unter Aktuelles aus Brasilien

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Amazonasbecken leidet immer mehr unter der Verschmutzung, die von der Schifffahrt verursacht wird, respektive von den Fäkalien der Passagiere.

Nach Angaben der Nationalen Transportbehörde für Wasserwege (Antaq) zirkulieren derzeit etwa 120.000 Schiffe auf dem Amazonas und seinen Zu- und Nebenflüssen. Nur 3.000 der Schiffe dienen dem kommerziellen Transport von Waren und Passagieren. Sie transportieren allerdings etwa neun Millionen Personen pro Jahr. Das Pikante daran: die Toiletten werden meist direkt in die Flüsse des Amazonasgebietes entleert.

Die Abwässer stellen indes eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit dar. Über 4.000 Tonnen Kot werden dadurch jährlich in die Flüsse des Amazonasgebietes entladen. Hinzu kommen 13 Millionen Liter Urin sowie über 450 verschiedene bisher bekannte Bakterien. Herausgefunden hat dies der Ingenieur Roberto Lavor, wie auf der Nachrichtenseite “Em Tempo” zu lesen ist.

Verboten ist das direkte Entleeren der Toiletten bisher lediglich in den Hafenanlagen und deren Umgebung. Für die Schiffe, die auf den Gewässern zirkulieren, gilt diese Regelung indes nicht. Bis 2015 sollen die Schiffe jedoch mit speziellen Sammelbecken oder Kleinkläranlagen ausgestattet werden. Möglich wäre ebenso der Einbau einer Biogasanlage, die mit den Fäkalien bestückt würde. Auf dem Markt sind diese schon für umgerechnet 1.600 Euro zu erhalten.

Ganz ohne Probleme wird die Umrüstung der Schiffe indes nicht gehen, ist sich Lavor sicher. Der Ingenieur verweist dabei auf den großen Platzbedarf sowie die dafür notwendige Struktur und Bauweise der Schiffe. Zumal zwei Drittel der Schiffe aus Holz seien. Viele von ihnen müssten mit Problemen rechnen, sich über dem Wasser zu halten, würden sie mit den zusätzlichen Becken ausgestattet.

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