Brasilien: Stiftung für Tropenmedizin fordert landesweites Netzwerk für Malaria-Forschung

Veröffentlicht am 27. April 2012 - 04:44h unter Aktuelles aus Brasilien

In Brasilien könnten schon bald zahlreiche Laboratorien gemeinsam an der Ausrottung der Malaria arbeiten. Einen entsprechenden Vorschlag wagte nun die Stiftung für Tropenmedizin Dr. Heitor Vieira Dourado (FMT-HVD) auf einem Workshop in Manaus. Demnach sollen sich landesweit Forschungszentren zu einem Netzwerk zusammenschließen, um die für die Übertragung der Krankheit verantwortliche Anopheles-Mücke und den Erreger-Parasit der Gattung Plasmodium noch genauer zu erforschen.

Laut Forschungsleiter Marcus Larcerda vom FMT-HVD sei eine intensive Forschung in Hinblick auf die Dynamik der Malaria-Übertragung fundamental. Nur so könne man das notwendige Wissen erlangen, um eines Tages einen entsprechender Impfstoff zu entwickeln und damit letztendlich die Ausbreitung der gefährlichen Krankheit zu stoppen.

Bei dem Workshop geht es jedoch auch um eine zukünftige verbesserte Interaktion der im Land verstreuten Gruppen, die bereits in dieser Richtung forschen oder entsprechende Projekte planen. An dem Treffen nehmen sowohl Wissenschaftler der FMT-HVD, des nationalen Forschungsinstituts von Amazonien (INPA), der Oswaldo Cruz-Stifung (Fiocruz) als auch Techniker und Absolventen von Studienprogrammen der FMT-HVD teil.

Die Stiftung für Tropenmedizin inmitten des amazonischen Regenwaldes ist weit über die Grenzen Brasiliens hinaus bekannt und geachtet. Erst kürzlich erhielt das Institut einen finanziellen Zuschuss der Bill Gates-Stiftung für ein weiteres internationales Malaria-Forschungsprogramm. Das Projekt wird in der 24 Kilometer von Manaus entfernten Gemeinde Careiro durchgeführt, wo die FMZ-HVD bereits seit vier Jahren Studien der Tropenkrankheit durchführt.

Malaria kommt heute weitestgehend weltweit in den Tropen und Subtropen vor. Die Symptome sind hohes, wiederkehrendes bis periodisches Fieber, Schüttelfrost, Beschwerden des Magen-Darm-Trakts und Krämpfe. Besonders bei Kindern kann die Krankheit rasch zu Koma und Tod führen. Nach Berechnungen der University of Washington in Seattle sterben momentan jährlich mehr als 1 Million Menschen an der auch als Sumpffieber und Wechselfieber bekannten Erkrankung.

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