Amazonas ergreift Maßnahmen zur Mückenbekämpfung

Veröffentlicht am 16. Dezember 2015 - 09:24h unter Aktuelles aus Brasilien

Close up of alive yellow fever mosquito (Aedes aegypti) biting on human skin, square cropped

Aedes aegypti – Foto: Matee-Nuserm / Fotolia.com

Der brasilianische Bundesstaat Amazonas hat für die kommenden sechs Monate ein Dekret erlassen, mit dem der Notstand ausgerufen wird. Mit der Maßnahme soll den Krankheiten vorgebeugt werden, die von der Tigermücke (Aedes aegypti) übertragen werden, wie Dengue, Chikungunya und der Zika-Virus.

Hintergrund des Erlasses sind die gehäuften Fälle von Mikrozephalie in anderen Bundesstaaten Brasiliens, vor allem im Nordosten des Landes. Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass diese Anomalie der Kopfgröße bei Neugeborenen von einer Ansteckung mit dem Zika-Virus während der Schwangerschaft hervorgerufen wird.

Gleiches gilt für das Syndrom Guillain Barré, das zu Lähmungen führen kann. Übertragen werden von der Tigermücke ebenso Chikungunya und das Dengue-Fieber, das tödlich verlaufen kann.

Von einer Epidemie ist Amazonas zwar weit entfernt. Das Dekret wird jedoch als Vorsichtsmaßnahme gesehen, um entsprechende Aktionen zu einer stärkeren Bekämpfung der Aedes aegypti einleiten zu können.

Nach Angaben der Gesundheitsstiftung des Bundesstaates wurden dieses Jahr in Amazonas bisher 7.191 Dengue-Fälle registriert. In ganz Brasilien sind es hingegen bereits über 1,5 Millionen. Beim Chikungunya-Fieber wurden 152 Verdachtsfälle gemeldet, von denen sich jedoch 75 Fälle nicht bestätigt haben.

Die aus Ägypten eingeschleppte Tigermücke breitet sich vor allem in Siedlungsbereichen aus und dort in Wasseransammlungen, wie in Blumenuntersetzern, Müll und sonstigen Dingen, in denen sich Wasser ansammeln kann. Die Entwicklungszeit der Larve bis zum Insekt wird mit nur acht Tagen angegeben. Aktionen zur Beseitigung möglicher Verbreitungsherde sind bereits angelaufen.

Bevölkerung und Touristen werden dazu aufgerufen, sich vor Mückenschützen durch das wiederholte Einreiben mit Repellents und anderen Maßnahmen, wie das Tragen langärmeliger Kleidung und die Verwendung von Mückennetzen zu schützen. Von den Gesundheitsämtern wurde der Hinweis herausgegeben, sich zuerst mit Sonnenschutzcremes und eine halbe Stunde später mit einem Mückenschutzmittel.