Brasilien erneuert Moratorium gegen illegalen Soja-Anbau im Regenwald

Veröffentlicht am 28. November 2014 - 18:20h unter Aktuelles aus Brasilien

D022902Brasilien erneuert seinen Soja-Pakt im Regenwald um weitere 17 Monate. Danach verpflichten sich Industrie und Exporteure, bis Ende 2016 kein Soja zu kaufen oder auszuführen, das auf illegal abgeholzten Flächen im Amazonasgebiet angebaut worden ist. Allerdings hat der Anbau der Bohne auf irregulären Flächen im Untersuchungszeitraum 2013-2014 um 61 Prozent zugenommen. Dennoch sind sich Umweltschützer sicher, dass das Soja-Moratorium zur Verringerung der Kahlschläge des Regenwaldes beigetragen hat.

Der Pakt bezieht sich auf Regenwaldflächen, die nach Juli 2008 illegal abgeholzt wurden und umfasst 73 Munizipien in den brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso, Pará und Rondônia. Sie sind für 98 Prozent des Soja-Anbaus im Amazonasgebiet verantwortlich. Im Erntejahr 2013/2014 sind dort 47.028 Hektar auf illegalen Kahlschlagsflächen bestellt worden, was der Steigerung von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Umweltministerin Izabella Teixeira führt dies auf die gestiegenen Preise für Soja auf dem Weltmarkt zurück.

In Kraft getreten ist das Abkommen, an dem Regierung, Unternehmen und Zivilgesellschaft beteiligt sind, bereits im Juli 2006. Nach mehreren Verlängerungen sollte das Moratoriums eigentlich Ende diesen Jahres endgültig auslaufen. Die nun beschlossene Verlängerung bis zum 31. Mai 2016 wird mit der Einführung der nationalen Registrierung für landwirtschaftliche Flächen begründet. Danach müssen bis Ende 2016 sämtliche Ländereien digital registriert sein und dabei eine satellitengestützte Karte vorlegen. Sie soll beweisen, dass ein bestimmter Anteil des Grundbesitzes für den Naturschutz vorbehalten ist sowie Biotope und Uferrandstreifen respektiert werden. Allerdings werden mit der Registrierung auch ehemalige Regenwaldflächen in reguläre landwirtschaftliche Flächen verwandelt.

Nach den Daten des Umweltministeriums entspricht der Anteil des irregulären Soja-Anbaus derzeit 4,6 Prozent der Kahlschlagsflächen der drei Bundesstaaten. Insgesamt nimmt die gelbe Bohne in Brasilien die stolze Fläche von 30,1 Millionen Hektar ein. Etwa zehn Prozent davon befinden sich im Amazonasgebiet. Wer auf illegalen Flächen anbaut, läuft nicht nur Gefahr, dass er auf seiner Ernte sitzen bleibt. Vielmehr werden auch Strafen und Bußgelder verhängt sowie landwirtschaftliche Kredite verweigert.

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)